Steuerentlastungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Klingbeil macht Tempo
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant einen signifikanten Impuls für die deutsche Wirtschaft. Durch das geplante "Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland", welches am Mittwoch das Kabinett passieren soll, werden großzügige Steuerentlastungen in Höhe von rund 46 Milliarden Euro bis 2029 erwartet. Hauptaugenmerk liegt auf verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten für betriebliche Elektrofahrzeuge, was den Bundeshaushalt erheblich beeinflussen könnte.
Das Gesetzespaket verspricht mit einem sogenannten "Investitions-Booster" zudem Anreize für Unternehmen, mehr in bewegliche Güter wie Maschinen zu investieren. Diese Investitionen sollen in den nächsten drei Jahren mit bis zu 30 Prozent abschreibbar sein, um damit die Kapitallandschaft attraktiver zu gestalten. Nach der möglichen Zustimmung von Bundestag und Bundesrat könnte die Regelung Investitionen für den Zeitraum zwischen dem 1. Juli 2028 und dem 1. Januar 2028 begünstigen.
Weitere steuerliche Erleichterungen könnten ab 2028 wirksam werden. Es ist geplant, die Körperschaftssteuer schrittweise von 15 auf 10 Prozent bis 2032 zu senken. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, langfristige Planungssicherheit für Unternehmen zu schaffen und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Gleichzeitig soll die steuerliche Forschungsförderung ausgebaut werden, um Investitionen in Forschung und Entwicklung zu stimulieren.
Auch die Anschaffung von Elektroautos soll für Unternehmen attraktiv werden. Im Kaufjahr eines betrieblich genutzten Elektrofahrzeugs könnten 75 Prozent der Anschaffungskosten steuerlich abgesetzt werden. Diese Regelung ist für Käufe nach dem 30. Juni und vor dem 1. Januar 2028 vorgesehen, mit Staffelteilerlässen in den folgenden Jahren.
Mit Blick auf die aktuelle Wachstumsschwäche setzt die Regierung aus CDU, CSU und SPD auf zügige Maßnahmen, um wirtschaftliche Dynamik zu entfachen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Klingbeil streben eine zügige Gesetzgebung an, um noch vor der Sommerpause Erleichterungen durch Bundestag und Bundesrat zu beschließen. Ausdruck dessen ist eine vierseitige Prioritätenliste, die in der ersten Koalitionsrunde erarbeitet wurde, auch wenn konkrete Umsetzungstermine vorkommen.

