Stellenabbau in der Automobilbranche: Ein Weckruf für den deutschen Standort?

Die deutsche Automobilindustrie verzeichnete im vergangenen Jahr einen signifikanten Rückgang der Beschäftigtenzahlen und illustriert damit eine anhaltende Herausforderung für den Standort Deutschland. Vorläufigen Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zufolge, arbeiteten 2022 etwa 726.000 Menschen im Sektor, nahezu 47.000 weniger als noch im Vorjahr. Im Vergleich mit 2019 sind sogar fast 107.000 Stellen verloren gegangen.
Eine Umfrage des VDA zeigt, dass fast zwei Drittel der befragten Unternehmen im letzten Jahr Personalabbau am deutschen Standort betrieben haben. Erschreckend ist zudem, dass fast die Hälfte dieser Unternehmen den Stellenabbau fortsetzt. Besonders gravierend ist, dass circa ein Viertel der Firmen ausschließlich in Deutschland Arbeitsplätze abbaut, während im Ausland neue entstehen.
Die Vorstandsvorsitzende des VDA, Hildegard Müller, äußerte deutliche Kritik an der politischen Situation in Europa. "Deutschland erlebt eine erhebliche Standortkrise", mahnte Müller und fügte hinzu, dass die Bedingungen sich fortlaufend verschlechtern. Vor allem der Mittelstand der Automobilbranche stehe besonders unter Druck.
In Bezug auf die europäische Politik warf Müller zudem der Brüsseler Politik einen Mangel an Realitätsnähe und Relevanzbezug vor, was die Herausforderungen der Branche weiter verschärfe. Für die Umfrage wurden zwischen dem 11. und 25. Januar 127 Unternehmen aus der Automobilbranche konsultiert.

