Steigende Jobangst in Deutschland: Ein wirtschaftlicher Stimmungscheck

Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft EY zeigt, dass die Sorge um Arbeitsplatzsicherheit in Deutschland auf den höchsten Stand seit 2009 gestiegen ist. Im Jahr 2025 sehen 16 Prozent der Befragten ihren Job als «sehr unsicher» oder «eher unsicher» an, zitiert die „Welt“. Dieser Anstieg ist bemerkenswert, nachdem sich im Jahr 2009, als die Finanzkrise ihren Höhepunkt hatte, 22 Prozent bedroht fühlten. Der aktuelle Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr und fünf Prozentpunkte gegenüber 2023 basiert auf einer repräsentativen Umfrage von über 1.000 Teilnehmern im November.
Dennoch zeigt sich, dass sich 84 Prozent der Befragten trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten sicher in ihrem Job fühlen, wobei 45 Prozent ihren Arbeitsplatz sogar als sehr sicher einschätzen. Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY, gibt sich optimistisch: „Wir sind weit von einer allgemeinen Untergangsstimmung entfernt.“
Dennoch variieren die Ängste stark je nach Alters- und Einkommensgruppen. Besonders Babyboomer, mit einem Vertrauen von 90 Prozent in ihre Jobsicherheit, heben sich von den jüngeren Generationen ab. Jüngere Menschen unter 35 Jahren haben mit 21 Prozent die größten Bedenken.
Einkommen spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Bei Geringverdienern mit einem Jahresgehalt unter 25.000 Euro ist die Jobangst mit 36 Prozent deutlich höher als bei Besserverdienern über 70.000 Euro, wo nur acht Prozent Ängste haben.
Die wirtschaftlichen Bedenken beeinflussen auch das Konsumverhalten. Viele Menschen rechnen mit einer Verschlechterung ihrer finanziellen Lage und zögern bei großen Anschaffungen.

