Arbeitsmarkt-Stimmung: Deutsche Arbeitnehmer zwischen Zuversicht und Besorgnis

In Deutschland wächst die Sorge unter den Arbeitnehmern über die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft EY, die auch der 'Welt' vorliegt. Laut der Umfrage schätzen 16 Prozent der Befragten ihre berufliche Stellung im Jahr 2025 als 'sehr unsicher' oder 'eher unsicher' ein. Dieser Wert ist der höchste seit der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2009, wo 22 Prozent der Arbeitnehmer ähnliche Bedenken äußerten.
Trotz der gestiegenen Sorgen hielten 84 Prozent der Deutschen ihren Arbeitsplatz weiterhin für sicher, mit 45 Prozent, die diesen sogar als sehr stabil bewerten. Henrik Ahlers, Vorsitzender von EY, sieht in diesem Kontext keine allgemeine Untergangsstimmung: 'Wir erwarten, dass die Zuversicht zurückkehrt, sobald die Konjunktur sich belebt.'
Besonders junge Arbeitnehmer und Geringverdiener zeigen sich besorgt über ihre berufliche Zukunft. Während nur zehn Prozent der Generation Babyboomer, also der über 55-Jährigen, Angst um ihre Jobs haben, sind es bei den Unter-35-Jährigen 21 Prozent. Der Einkommensfaktor spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Mit einem Jahreseinkommen unter 25.000 Euro sind es 36 Prozent, die negative Erwartungen haben, verglichen mit acht Prozent bei Einkommen über 70.000 Euro.
Nicht nur die Arbeitsplatzunsicherheit bereitet den Menschen Sorgen. Ein Fünftel rechnet mit einer Verschlechterung ihrer finanziellen Situation im kommenden Jahr, berichtet EY-Chef Ahlers. Michaela Engelmeier vom Sozialverband Deutschland fordert daher von der Politik, positive Signale der Stabilität auszusenden, um der wachsenden Skepsis der Bevölkerung entgegenzuwirken.

