Starbucks prüft Teilverkauf des China-Geschäfts – Private-Equity-Interesse an wachsendem, aber umkämpftem Markt
Trotz kontinuierlicher Expansion und rund 7.758 Filialen in Festlandchina verzeichnet Starbucks einen Umsatzrückgang in seinem zweitgrößten Markt: von 3,7 Mrd. US-Dollar im Jahr 2021 auf nur noch 3 Mrd. US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr 2024. Nun erwägt der US-Konzern den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an seinem China-Geschäft, um sich strategische Unterstützung zu sichern.
CEO Brian Niccol erklärte gegenüber der Financial Times, es gebe „eine Menge Interesse“ an einer Beteiligung. Investoren sähen den Wert der Marke und das Wachstumspotenzial des Segments. „Sie würden gern mit uns zusammenarbeiten, um von 8.000 auf 20.000 Läden zu kommen“, so Niccol.
Als potenzielle Investoren gelten sowohl chinesische als auch internationale Private-Equity-Häuser und strategische Partner. Die Investmentbank Goldman Sachs leitet laut mit dem Vorgang vertrauten Personen den Auswahlprozess. Obwohl sich das Projekt noch in einem frühen Stadium befindet, deutet Starbucks Offenheit für verschiedene Beteiligungsmodelle an. Niccol betonte jedoch, dass der Konzern weiterhin eine „signifikante Beteiligung“ behalten wolle.
Parallel zu den Gesprächen reagiert Starbucks auf den sich verschärfenden Wettbewerb mit lokalen Anbietern wie Luckin Coffee und Cotti Coffee, die deutlich günstigere Preise bieten. Diese Woche senkte Starbucks die Preise für über 20 eisgekühlte und tee-basierte Getränke im Schnitt um 5 Renminbi (etwa 70 Cent). Damit will das Unternehmen gezielt den wachsenden Markt für nicht-kaffeebasierte Getränke in China erschließen, der zunehmend von Bubble-Tea-Marken dominiert wird.
Starbucks hatte 2022 angekündigt, bis 2025 auf 9.000 Filialen in China zu wachsen. Doch das Konsumklima bleibt angesichts schwacher Konjunkturdaten gedämpft. Inzwischen rückt auch die eigene Preisstruktur in den Fokus. „Unsere Strategie in China ist, wettbewerbsfähiger zu werden“, so Niccol. Die Preisarchitektur im Bereich der Nicht-Kaffee-Getränke müsse angepasst werden.
Intern bereitet das Unternehmen eine kulturelle Neupositionierung vor: Beim dreitägigen globalen Leadership-Treffen in Las Vegas, bei dem 14.000 Mitarbeitende zusammenkamen, war auch Molly Liu, CEO von Starbucks China, präsent – ein Zeichen für die strategische Bedeutung des Markts.

