Stablecoins könnten US-Banken als Einlagenmagnet dienen, sagt ein Beamter des Weißen Hauses

Ein hochrangiger Beamter des Weißen Hauses widerspricht Warnungen, dass Stablecoins Geld aus amerikanischen Banken abziehen könnten, und argumentiert, dass das Gegenteil der Fall sei.
Ausländisches Kapital, heimische Gewinne
Patrick Witt, Geschäftsführer des White House Council of Advisors for Digital Assets, erklärte diese Woche, dass ausländisches Kapital, das in dollarbasierte Stablecoins umgewandelt wird, in das amerikanische Bankensystem fließt. Die meisten US-Stablecoin-Emittenten halten US-Dollar oder Staatsanleihen als Reserven, was bedeutet, dass das Geld in inländischen Institutionen landet.
„Global demand for USD is massive,“ schrieb Witt und bezeichnete es als neues Kapital, das in amerikanische Banken fließt. Seine Kommentare kamen inmitten einer hitzigen Debatte im Kongress über den CLARITY Act und den GENIUS Act, die beide darauf abzielen, der Kryptoindustrie klarere regulatorische Grundlagen zu bieten.
Die Befürchtungen hinter der Gesetzgebung
Nicht alle teilen diese Ansicht. Standard Chartered schätzte in einer kürzlich veröffentlichten Forschungsnotiz, dass die zunehmende Akzeptanz von Stablecoins die Einlagen bei US-Banken um etwa ein Drittel der gesamten Marktkapitalisierung von Stablecoins verringern könnte. Für Gemeinschaftsbanken, die lokale Hypotheken und kleine Unternehmenskredite mit diesen Einlagen finanzieren, ist diese Zahl nicht zu ignorieren.
Christopher Williston, Präsident der Independent Bankers Association of Texas, machte diesen Punkt letzten Freitag deutlich. Er warnte, dass Zugeständnisse in den CLARITY Act-Verhandlungen das lokale Kreditwesen und die wirtschaftliche Leistung der Gemeinschaft gefährden könnten. Die Kryptoindustrie reagierte schnell.
Austin Campbell, Gründer von Zero Knowledge Consulting, argumentierte, dass, wenn kleine Banken und der Kryptosektor keinen gemeinsamen Nenner finden, die großen Finanzinstitute die eigentlichen Gewinner sein werden — diejenigen mit genügend Ressourcen, um eine regulatorische Pattsituation zu überstehen.
Witt wiederholte dieses Gefühl und schrieb auf X, dass es sich anfühle, als würde man zusehen, wie „ein Brandstifter droht, sein eigenes Haus niederzubrennen.“
Dollar-Schwäche erhöht Dringlichkeit
Die Debatte findet vor dem Hintergrund eines schwächelnden US-Dollars statt. Der US-Dollar-Index fiel am 28. Januar auf 95,818 — den niedrigsten Stand seit vier Jahren — bevor er sich auf 99,468 erholte, ein Anstieg von etwa 3,80%. In den fünf Tagen vor der Veröffentlichung stieg er um 0,46%.
Witts Argument basiert auf einer starken internationalen Nachfrage. Wenn das ausländische Interesse an dollarbasierten Stablecoins weiter wächst, könnten die Zuflüsse in US-Banken jede Verschiebung der inländischen Einlagen übertreffen. Ob der Kongress dieses Argument überzeugend genug findet, um darauf zu reagieren, bleibt abzuwarten.

