Stabilus spart sich durch ein herausforderndes Jahr
Der Automobilzulieferer Stabilus hat nach einem enttäuschenden dritten Quartal seine Jahresprognose nach unten angepasst. Der Umsatz und das operative Ergebnis des Unternehmens verzeichneten signifikante Rückgänge. Hierbei belasten vor allem die schwache Nachfrage seitens der Automobilhersteller sowie die Auswirkungen der US-Zölle das Ergebnis.
Für das Geschäftsjahr bis Ende September 2025 erwartet Stabilus nur noch Erlöse am unteren Ende der ursprünglichen Ziele. Die geplanten Umsätze wurden von einst 1,45 Milliarden Euro auf etwa 1,3 Milliarden Euro korrigiert. Auch das operative Ergebnis soll mit 11 Prozent geringer ausfallen als ursprünglich erwartet.
Diese konservative Prognose wirkte sich negativ auf die Stabilus-Aktie aus, die im frühen Handel um etwa neun Prozent fiel und damit das Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax bildete. Vorstandschef Michael Büchsner äußerte sich optimistisch bezüglich der mittel- bis langfristigen Perspektiven, räumte jedoch die Herausforderungen der aktuellen Marktlage ein.
Die direkten finanziellen Auswirkungen der US-Zölle werden in Millionenhöhe erwartet, wobei indirekte Effekte erheblich ausfallen sollen. Vor allem Investitionen im Automobilsektor, insbesondere in der Region Amerika, zeigen derzeit Zurückhaltung, was Stabilus zu verstärkten Sparmaßnahmen veranlasst.
Der Umsatz schrumpfte im dritten Quartal im Jahresvergleich um fast zehn Prozent auf 316 Millionen Euro, getrieben von ungünstigen Währungsumrechnungen und rückläufigen Märkten in Amerika und Asien. Nur in Europa konnte ein beinahe stabiler Umsatz durch ein florierendes Geschäft mit elektromechanischen Antriebssystemen gehalten werden.
Das bereinigte Ebit sank um über 23 Prozent auf 33,1 Millionen Euro, während der Nettogewinn im Quartal auf 10,1 Millionen Euro fiel. Faktor für die schwierige Marktlage sind neben US-Zöllen und schwacher Nachfrage in China auch gestiegene Lohn- und Materialkosten.
Stabilus hat auf diese Herausforderungen mit Kostensenkungsmaßnahmen reagiert und den Fokus auf Preisverhandlungen mit Zulieferern sowie Automatisierung gerichtet. Zusätzlich hat Stabilus die Vakanz im Vorstand gefüllt: Andreas Jaeger tritt am 1. November als Finanzchef in das Unternehmen ein. Er bringt Erfahrung aus seiner vorherigen Position bei der Forbo Holding mit.
Diese Personalie schließt eine Position, die seit Februar unbesetzt war. Bis zur offiziellen Amtsübernahme bleibt das Finanzressort unter Leitung von Büchsner.

