Staatsanleihen erholen sich nach Turbulenzen: Eine Wendung am Anleihemarkt
Nach einem deutlichen Rückgang zu Beginn der Woche konnten deutsche Staatsanleihen am Mittwoch eine Erholung verzeichnen. Der Euro-Bund-Future legte um 0,28 Prozent zu und erreichte einen Stand von 129,22 Punkten, während die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,75 Prozent fiel.
Interessanterweise setzte sich der Höhenflug der langlaufenden Renditen zunächst in der Nacht fort. So erreichten dreißigjährige Anleihen im frühen Handel mit 3,43 Prozent ihren höchsten Stand seit 2011, bevor eine Gegenbewegung einsetzte. Auch in Frankreich, Großbritannien und den USA konnten am gleichen Tag Rückgänge der Renditen beobachtet werden. Experten der Dekabank machen Sorgen über steigende Verschuldungsquoten und politische Unsicherheiten verantwortlich.
Besonders die politische Lage in Frankreich steht derzeit im Fokus. Premier François Bayrou sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, das Vertrauen des Parlaments zu gewinnen. Das drohende Ende seiner Mitte-Rechts-Regierung, die in der Nationalversammlung keine Mehrheit besitzt, sorgt für zusätzliche Nervosität auf den Märkten. Gespräche zwischen Bayrou und dem rechten Rassemblement National blieben bislang ergebnislos.
Unterdessen beeinflussten Konjunkturdaten aus der Eurozone den Anleihemarkt nur geringfügig. Der S&P Global Einkaufsmanagerindex für August fiel zwar etwas stärker als zunächst geschätzt, blieb jedoch oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

