Spannungen im Nahen Osten: Iran droht den USA und setzt Zusammenarbeit mit IAEA aus
In einer richtungsweisenden Ansprache hat Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, nach der jüngsten Waffenruhe mit Israel deutliche Worte gefunden. Er warnte die Vereinigten Staaten, dass Vergeltungsaktionen gegen US-Stützpunkte realisierbar bleiben, sollte es zu weiteren Angriffen auf iranische Atomanlagen kommen.
„Im Falle eines Angriffs wird der Feind, wird der Angreifer gewiss einen hohen Preis zahlen müssen“, erklärte der 86-jährige Chamenei und brach damit sein einwöchiges Schweigen. Inmitten dieser angespannten geopolitischen Stimmung hat Irans Wächterrat einem Gesetz zur vorübergehenden Aussetzung der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zugestimmt.
Dies bedeutet, dass bis auf Weiteres keine IAEA-Inspektoren ins Land reisen können, solange die Organisation die sicherheitspolitischen Forderungen Teherans nicht erfüllt. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf betonte, die IAEA müsse Angriffe der USA und Israels auf iranische Nuklearanlagen verurteilen und das Atomprogramm anerkennen.
Während sich die politische Lage weiter zuspitzt, warten internationale Beobachter auf eine offizielle Mitteilung des Iran an die IAEA. Ein Sprecher der Organisation in Wien bestätigte, dass bislang keine solche Kommunikation eingegangen sei. Die Reaktion erfolgt in einer Phase, in der die USA unlängst in den Konflikt zwischen Israel und dem Iran eingegriffen hatten, was unter anderem zur Bombardierung der Atomanlage Fordo führte.
Die Spannungen um das iranische Atomprogramm halten auch Washington auf Trab. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth äußerte Skepsis über ein vorläufiges Geheimgutachten des Militärgeheimdienstes DIA, das die iranischen Anlagen nur begrenzt beschädigt sah. Hegseth bezeichnete die Einschätzung als unzureichend und betonte die Notwendigkeit weiterer Informationen.
Auf internationalem Parkett sorgte US-Präsident Donald Trump für Aufsehen, indem er am Rande des Nato-Gipfels in Den Haag neue Atomverhandlungen mit dem Iran anstrebte. Teheran hielt sich dazu bedeckt, und eine offizielle Bestätigung für eine neue Verhandlungsrunde steht weiterhin aus.
Trotz der Waffenruhe bleibt der iranische Luftraum bis Freitag weitgehend gesperrt, mit vereinzelten Lockerungen im Osten des Landes. Der wichtige Flughafen in Teheran bleibt für internationale Flüge geschlossen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.

