Spannungen im Dax: Anleger erwarten FED-Entscheidung
Der Dax setzte zur Mitte der Woche seinen Konsolidierungskurs fort und verzeichnete in den ersten Handelsstunden einen leichten Anstieg von 0,15 Prozent auf 24.423 Punkte. Seit mehreren Tagen bewegt sich der deutsche Leitindex in einer engen Spanne zwischen rund 24.250 und 24.500 Punkten. Anleger hoffen auf frischen Wind durch das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung, das am Abend erwartet wird und ab Donnerstag Auswirkungen auf den deutschen Markt haben könnte.
Analyst Frank Sohlleder von Activtrades betonte, dass der Markt weiterhin mit einer US-Zinssenkung Ende Oktober rechne. Das anstehende FED-Protokoll könnte dabei entscheidende Hinweise geben. Dies hält auch europäische Investoren von größeren Marktreaktionen ab, wie der Finanzmarktexperte Andreas Lipkow erklärt. Politische Entwicklungen in Frankreich und schwache deutsche Konjunkturzahlen, insbesondere aus der Industrie, finden derzeit wenig Beachtung.
Im MDax zeigte sich ein leichter Rückgang von 0,1 Prozent auf 30.806 Punkte, während der EuroStoxx 50 einen Zuwachs von 0,1 Prozent verbuchte. Die schwächelnde Automobilbranche hinterließ ihre Spuren: Nach einer gesenkten Jahresprognose fiel der Kurs von BMW um 6,4 Prozent, Mercedes-Benz verloren 3 Prozent. Bei Aurubis führten nach einer optimistischen Prognose Gewinnmitnahmen zu einem Rückgang von 4,7 Prozent.
Interessanterweise konnten sich Stahlwerte wie Thyssenkrupp, Salzgitter und Klöckner & Co um bis zu 3,5 Prozent verbessern, begünstigt durch die Entscheidung der EU-Kommission, die Zölle auf Stahl auf 50 Prozent zu verdoppeln. Aixtron hingegen musste einen Einbruch von 6,8 Prozent hinnehmen, da die USA kritisch auf Chipausrüster-Exporte nach China blicken.
Umstufungen bewegten ebenfalls den Markt: Sartorius fiel um 3 Prozent nach einer Herabstufung durch die Berenberg Bank, während RWE von einer Hochstufung durch Exane BNP profitierte und um 1,4 Prozent zulegte.

