Spanischer Großaktionär ACS will Hochtief konsolidieren
16. September 2010, 13:33 Uhr · Quelle: FREI
(NEU: Stellungnahme ACS, Aktienkurs)
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der spanische Großaktionär ACS will seine Beteiligung an der Hochtief AG in der Bilanz konsolidieren und hat dafür ein freiwilliges Übernahmeangebot für den Essener Baudienstleister vorgelegt. Ziel sei es, langfristig etwas mehr als 50% an Hochtief zu erhalten, sagte eine Sprecherin für ACS am Donnerstag Dow Jones Newswires.
Die Aufstockung solle in zwei Schritten erfolgen: Zunächst über die am Vormittag vorgelegte Offerte, die einen Aktientausch vorsieht und nach der Aktionäre für je fünf Hochtief-Aktien acht ACS-Papiere erhalten sollen. Dabei erwartet ACS "nicht unbedingt", dass die Schwelle mit dem Angebot erreicht wird. Daher wolle der spanische Mischkonzern Aktien über den Markt zukaufen. Das Übernahmeangebot soll bis Ende 2010 abgewickelt sein.
Hochtief erklärte, man habe die Ankündigung eines Übernahmeangebots "zur Kenntnis genommen". Der Vorstand prüfe gegenwärtig die Sachlage und werde zu gegebenem Zeitpunkt eine Erklärung mit einer Empfehlung an die Aktionäre abgeben.
Die Offerte basiert auf dem Durchschnittskurs von ACS der vergangenen drei Monate und würde die Hochtief-Aktie mit 55,68 EUR bewerten und damit noch unter deren Vortagesschluss von 56,31 EUR. Der Markt hatte sich bei der Veröffentlichung des Gebotes am späten Vormittag erstaunt über die "unattraktiven" Konditionen gezeigt.
Alleine die australische Tochter des deutschen Baukonzerns sei 60 EUR je Aktie wert, hieß es von Marktteilnehmern. "Ich glaube, dass die Spanier mit dieser Offerte noch nicht einmal auf einen Anteil von 50% an Hochtief kommen werden", sagt ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte.
ACS wolle Hochtief nicht komplett übernehmen, betonte die Sprecherin. Einen "unfreundlichen Akt" schloss sie aus. Hochtief soll börsennotiert bleiben, auch die Konzernzentrale bleibe in Essen.
Für ACS und Hochtief würde die Transaktion strategisch Sinn machen, etwa in der Projektfinanzierung. Bei Ausschreibungen gemeinsam aufzutreten sei ein Wettbewerbsvorteil. Beide Unternehmen verfolgten eine Mehr-Marken-Strategie. ACS sei stark in Südamerika, Südeuropa oder Afrika positioniert, Hochtief im Raum Asien-Pazifik und Nordamerika.
Gemeinsam werde man zum führenden Infrastrukturkonzern der westlichen Welt, erklärte der ACS-Vorstandsvorsitzende Florentino Perez in einer Stellungnahme.
Hochtief profitiere von einem stabilen, langfristigen Anteilseigner, hieß es weiter von ACS. Vorstand und Aufsichtsrat des Essener MDAX-Unternehmens würden unterstützt.
"ACS ist seit fast vier Jahren Ankeraktionär bei Hochtief und ist vom Wertsteigerungspotenzial des Unternehmens überzeugt", so Perez weiter.
ACS hatte im März 2007 25% an Hochtief für rund 1,3 Mrd EUR übernommen. Eine Option für weitere Anteile übte der Konzern im März 2009 aus und hält seitdem 29,98%.
Die Aktie von Hochtief spielte am Berichtstag Achterbahn. Das Papier, das mit den aufkommenden Übernahmespekulationen zwischenzeitlich auf ein Tageshoch von 62,22 EUR geklettert war, fiel kurzzeitig nach der Veröffentlichung des Angebots ins Minus. Gegen 15.31 Uhr stieg der Kurs um 4,4% auf 58,81 EUR.
Webseite: www.abcdesevilla.es www.hochtief.de -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, [email protected]
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der spanische Großaktionär ACS will seine Beteiligung an der Hochtief AG in der Bilanz konsolidieren und hat dafür ein freiwilliges Übernahmeangebot für den Essener Baudienstleister vorgelegt. Ziel sei es, langfristig etwas mehr als 50% an Hochtief zu erhalten, sagte eine Sprecherin für ACS am Donnerstag Dow Jones Newswires.
Die Aufstockung solle in zwei Schritten erfolgen: Zunächst über die am Vormittag vorgelegte Offerte, die einen Aktientausch vorsieht und nach der Aktionäre für je fünf Hochtief-Aktien acht ACS-Papiere erhalten sollen. Dabei erwartet ACS "nicht unbedingt", dass die Schwelle mit dem Angebot erreicht wird. Daher wolle der spanische Mischkonzern Aktien über den Markt zukaufen. Das Übernahmeangebot soll bis Ende 2010 abgewickelt sein.
Hochtief erklärte, man habe die Ankündigung eines Übernahmeangebots "zur Kenntnis genommen". Der Vorstand prüfe gegenwärtig die Sachlage und werde zu gegebenem Zeitpunkt eine Erklärung mit einer Empfehlung an die Aktionäre abgeben.
Die Offerte basiert auf dem Durchschnittskurs von ACS der vergangenen drei Monate und würde die Hochtief-Aktie mit 55,68 EUR bewerten und damit noch unter deren Vortagesschluss von 56,31 EUR. Der Markt hatte sich bei der Veröffentlichung des Gebotes am späten Vormittag erstaunt über die "unattraktiven" Konditionen gezeigt.
Alleine die australische Tochter des deutschen Baukonzerns sei 60 EUR je Aktie wert, hieß es von Marktteilnehmern. "Ich glaube, dass die Spanier mit dieser Offerte noch nicht einmal auf einen Anteil von 50% an Hochtief kommen werden", sagt ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte.
ACS wolle Hochtief nicht komplett übernehmen, betonte die Sprecherin. Einen "unfreundlichen Akt" schloss sie aus. Hochtief soll börsennotiert bleiben, auch die Konzernzentrale bleibe in Essen.
Für ACS und Hochtief würde die Transaktion strategisch Sinn machen, etwa in der Projektfinanzierung. Bei Ausschreibungen gemeinsam aufzutreten sei ein Wettbewerbsvorteil. Beide Unternehmen verfolgten eine Mehr-Marken-Strategie. ACS sei stark in Südamerika, Südeuropa oder Afrika positioniert, Hochtief im Raum Asien-Pazifik und Nordamerika.
Gemeinsam werde man zum führenden Infrastrukturkonzern der westlichen Welt, erklärte der ACS-Vorstandsvorsitzende Florentino Perez in einer Stellungnahme.
Hochtief profitiere von einem stabilen, langfristigen Anteilseigner, hieß es weiter von ACS. Vorstand und Aufsichtsrat des Essener MDAX-Unternehmens würden unterstützt.
"ACS ist seit fast vier Jahren Ankeraktionär bei Hochtief und ist vom Wertsteigerungspotenzial des Unternehmens überzeugt", so Perez weiter.
ACS hatte im März 2007 25% an Hochtief für rund 1,3 Mrd EUR übernommen. Eine Option für weitere Anteile übte der Konzern im März 2009 aus und hält seitdem 29,98%.
Die Aktie von Hochtief spielte am Berichtstag Achterbahn. Das Papier, das mit den aufkommenden Übernahmespekulationen zwischenzeitlich auf ein Tageshoch von 62,22 EUR geklettert war, fiel kurzzeitig nach der Veröffentlichung des Angebots ins Minus. Gegen 15.31 Uhr stieg der Kurs um 4,4% auf 58,81 EUR.
Webseite: www.abcdesevilla.es www.hochtief.de -Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, [email protected]

