SoVD kritisiert Kanzler Merz: Rhetorische Entgleisungen gefährden sozialen Frieden
In einer hitzigen Debatte um die Zukunft des deutschen Sozialstaates erhebt der Sozialverband Deutschland (SoVD) schwere Vorwürfe gegen Bundeskanzler Friedrich Merz. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende, Michaela Engelmeier, warf Merz vor, mit seinen jüngsten öffentlichen Äußerungen nicht nur inhaltlich daneben zu liegen, sondern auch gesellschaftlich zu polarisieren.
Merz, so Engelmeier, male ein falsches Bild von einem angeblich ruinösen Sozialstaat. Auf einem Parteitag der nordrhein-westfälischen CDU in Bonn hatte der Kanzler betont, dass der gegenwärtige Zustand, insbesondere das Bürgergeld, in dieser Form untragbar sei. Merz sprach sich für Sozialreformen aus, die mit Einschnitten verbunden sein könnten, da Deutschland seiner Meinung nach 'seit Jahren über seine Verhältnisse' lebt.
Engelmeier wiederum sieht die Basis des sozialen Zusammenhalts in Gefahr und fordert statt Einsparungen im Sozialwesen eine gerechte Steuerreform. Diese solle insbesondere darauf abzielen, höhere Vermögen stärker in die Pflicht zu nehmen, um die Solidarität in der Gesellschaft zu wahren und zu stärken.

