Sonne statt Kohle: Deutschlands Solarenergie auf dem Vormarsch
Die deutsche Energiewende erreicht mit über fünf Millionen registrierten Solaranlagen einen bedeutenden Meilenstein. Laut der Bundesnetzagentur Anfang April ist diese Rekordmarke geknackt. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) bezeichnet diesen Fortschritt als beachtenswert, da keine andere Energiequelle im Land so beliebt ist. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, hebt hervor, dass insgesamt etwa 104 Gigawatt an Solarstromleistung installiert sind. Diese Kapazität wird größtenteils auf den Dächern von Eigenheimen, Firmendächern und Freiflächen erzeugt, während Balkonkraftwerke einen kleineren Anteil ausmachen.
Zum Vergleich: Die Gesamtkapazität von 104 Gigawatt entspricht der Leistung von ebensovielen Kohlekraftwerken, die im Gegensatz zu Solaranlagen wetterunabhängig Strom liefern können. Aktuell deckt Solarenergie etwa 15 Prozent des deutschen Strombedarfs. Die Bedeutung des vor 25 Jahren eingeführten Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird von der Branche als entscheidender Katalysator für die Verbreitung der Solarenergie betrachtet. Es hat zu einem Wandel vom herkömmlichen Stromkunden zum sogenannten Prosumer geführt, der gleichzeitig Produzent und Konsument von Strom ist.
Während große bauliche Anlagen wie Dach- und Fassadeninstallationen den Löwenanteil der Solarleistung ausmachen, verzeichnet das Marktstammdatenregister auch einen Boom bei den kleineren Balkonkraftwerken. Trotz ihrer kleinen Anzahl und der vergleichsweise geringen Leistung erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit, insbesondere bei Mietern und Wohnungseigentümern. Seit Anfang 2024 wurden bereits 1,25 Millionen neue Anlagen in Betrieb genommen, davon mehr als eine halbe Million Balkonkraftwerke. Diese positive Entwicklung im ersten Quartal 2024, in dem 81.000 neue Balkonkraftwerke registriert wurden, spiegelt den anhaltenden Trend wider.
Carsten Körnig sieht in den Balkonkraftwerken ein großes Wachstumspotential für die Zukunft. Gründe dafür sind die geringen Kosten und die unkomplizierte Installation. Trotz rechtlicher Verbesserungen und der Einführung einer Anmeldepflicht gibt es noch Spielraum nach oben, speziell in Deutschland mit seinen rund 30 Millionen Wohnungen in Mehrparteienhäusern.

