Sondierung im Tarif-Ping-Pong: Verhandlungen im Öffentlichen Dienst zwischen Annäherung und Ungewissheit
In den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen offerieren die Arbeitgeberseiten 5,5 Prozent mehr Lohn. Dieses Angebot bleibt hinter der Forderung der Gewerkschaften von acht Prozent und einer Mindesterhöhung von 350 Euro zurück.
Zusätzliche Verhandlungspunkte rund um Freizeit und Arbeitszeitregelungen trüben das Bild der Einigung. Bereits am Freitag begann die dritte Verhandlungsrunde in Potsdam, die sich weiterhin äußerst zäh gestaltet.
Während das Bundesinnenministerium und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände das Zepter auf Arbeitgeberseite schwingen, treten Gewerkschaften wie Verdi und der dbb Beamtenbund auf der Arbeitnehmerseite ein. Rund 2,5 Millionen Beschäftigte, vom Kindergarten bis zur Müllabfuhr, blicken gespannt auf die Ergebnisse dieser Tarifgespräche.
Im Zuge der Angebote beinhalten die Arbeitgebervorschläge nicht nur ein höheres 13. Monatsgehalt und erhöhte Schichtzulagen, sondern auch ein Wahlmodell, das mehr Flexibilität verspricht: Jahressonderzahlungen sollen in zusätzliche freie Tage umgewandelt werden können. Obgleich die Gewerkschaften mindestens drei zusätzliche freie Tage im Jahr fordern, bleibt die Frage unbeantwortet, ob und wie dieses "Zeit-statt-Geld-Modell" zur Einigung beitragen wird.
Zwischen Verkündung von Zwischenergebnissen und aufkeimenden Kündigungsdrohungen ringen abwechselnd Führungsfiguren um Kompromisse. Karin Welge, Chefverhandlerin der kommunalen Arbeitgeber, konstatierte vorsichtig optimistisch, dass sich der "Spalt deutlich verringert" habe, jedoch bleibt ein Tarifabschluss bis zum späten Nachmittag in den Sternen.
Eine Vertagung oder im äußersten Fall die Einschaltung unabhängiger Schlichter könnte die nächsten Schritte sein, begleitet von einer möglichen Friedenspflicht ohne Warnstreiks während dieses Prozesses.

