Solarkraft auf der Überholspur: Braunkohle im Rückzug
Die Energiewende in Deutschland erreicht einen neuen Meilenstein: Erstmals wird erwartet, dass die Solarkraftwerke des Landes in diesem Jahr mehr Strom liefern als die traditionell gewichtigen Braunkohlekraftwerke. Der Branchenverband BSW Solar prognostiziert einen Zuwachs von Solaranlagen mit einer zusätzlichen Kapazität von rund 17,5 Gigawatt im Rahmen neuer Netzanschlüsse.
Im vergangenen Jahr lagen Braunkohle und Solarenergie fast gleichauf. Der Kohlestrom war mit nur knappem Vorsprung führend, doch die Dynamik fällt zugunsten der Sonnenenergie aus. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW Solar, sieht im Jahr 2025 den Punkt erreicht, an dem Solarkraft endgültig die Vormachtstellung der Braunkohle bei der Stromerzeugung zu Hause überholen könnte.
Zahlen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) untermauern diesen Trend. Die Braunkohlekraftwerke brachten es im Vorjahr auf 72,8 Terawattstunden an Stromerzeugung, während die Solaranlagen nur knapp mit 72,6 Terawattstunden dahinterlagen. Prozentual bedeutete dies einen nur minimalen Unterschied, da der Anteil von Braunkohle und Solarstrom an der Nettostromerzeugung fast identisch war.
Besonders in der Nachfrage nach Balkonsolaranlagen erwartet der Bundesverband ein sprunghaftes Wachstum. Deren Beitrag zur gesamten Stromproduktion ist zwar noch marginal, wird aber stetig wichtiger. Laut BSW Solar beträgt die derzeitige Gesamtleistung der in Deutschland betriebenen Solaranlagen rund 105 Gigawatt.

