Trends der Zukunft

Smartphones als rettende Sensoren: Google macht Android-Telefone zum globalen Seismometer

31. Juli 2025, 17:55 Uhr · Quelle: Trends der Zukunft
Google entwickelt ein System, das Android-Telefone zu Frühwarnsensoren für Erdbeben macht. Millionen von Nutzern profitieren von schnelleren Warnungen und mehr Sicherheit.

Ein Jahrzehnt nach einem internen Hackathon hat Google ein System entwickelt, das durch Milliarden Android‑Smartphones weltweit ein Frühwarnnetz gegen Erdbeben bildet. Die Technologie kann Leben retten – und liefert neue Einblicke in die globale seismische Sicherheit.

Wie Android den Beben auf die Spur kommt

Seit 2020 nutzt Google die eingebauten Beschleunigungssensoren von Android-Telefonen, um seismische Aktivität zu erkennen. Wenn ein stationäres Gerät das schnelle P-Wellen-Signal eines Erdbebens wahrnimmt, sendet es anonymisierte Daten an Googles Server, inklusive einer groben Standortangabe. Dort werden Signale aus Hunderten oder Tausenden Geräten analysiert, um festzustellen, ob ein Erdbeben stattfindet und ob Warnmeldungen ausgelöst werden sollen.

Zwischen 2021 und 2024 haben mehr als zwei Milliarden Android-Geräte in rund 98 Ländern das sogenannte Android Earthquake Alerts (AEA)-System unterstützt. In diesem Zeitraum wurden über 11.000 Beben registriert und mehr als 1.200 Warnungen versendet. Der Nutzerkreis stieg von 250 Millionen im Jahr 2019 auf etwa 2,5 Milliarden im Jahr 2024 – ein enormes Wachstum der Abdeckung.

Stärken und Grenzen der Smartphone‑Warnungen

Die Effizienz des Systems entspricht laut aktueller Studie nahezu der von klassischen seismologischen Netzwerken. Von den Nutzer:innen, die eine Warnung erhielten, bestätigten 85 %, das Beben wahrgenommen zu haben, und 36 % berichteten, die Meldung habe sie vor dem tatsächlichen Beginn der Erschütterungen erreicht. Falsch-positive Warnungen waren äußerst selten – lediglich drei Stück über drei Jahre hinweg.

Ein wichtiger Schwachpunkt trat jedoch beim schweren Erdbeben in der Türkei im Februar 2023 zutage. Google räumte später ein, dass nur 469 hochstufige „Take Action“-Meldungen versandt wurden, obwohl rund zehn Millionen Menschen im betroffenen Gebiet erreicht werden konnten – stattdessen erhielten etwa 500.000 Nutzer:innen nur „Be Aware“-Hinweise, die nicht aus Do‑Not‑Disturb-Modi herausbrechen konnten. Die Magnitudenschätzung war deutlich zu niedrig angesetzt, was zu Unterwarnungen führte. Google erklärte, die Algorithmen seitdem verbessert und insbesondere die Genauigkeit bei größeren Ereignissen deutlich erhöht zu haben.

Google-System soll bestehende Systeme ergänzen

Das System ergänzt bestehende staatliche Frühwarnnetzwerke, ersetzt sie aber nicht. In den USA zum Beispiel wird AEA teilweise durch das ShakeAlert-System des USGS unterstützt. In Gebieten ohne solche Infrastrukturen bietet die Smartphone-basierte Lösung jedoch einen kostengünstigen, global skalierbaren Ansatz.

Die Technologie entstand aus dem Bedürfnis, Warnsysteme auch für Regionen zu schaffen, die sich keine seismischen Messstationen leisten können. Der Umstieg von lokal begrenzter Infrastruktur hin zur milliardenschweren Gerätebasis zeigt einen Paradigmenwechsel in der Risikotechnologie.

Auch wenn die Idee simpel klingt – Telefone als Mini-Seismometer –, ist die Umsetzung komplex. Unterschiedliche Hardware, regionale Unterschiede in Aufbau und Geologie sowie Netzunterbrechungen können die Leistung beeinflussen. Dennoch konnten Nutzer:innen in einigen Fällen bis zu eine Minute vor dem stärkeren seismischen Signal gewarnt werden – mitunter genug Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Die aktuellen Erkenntnisse betonen auch den Nutzen in der Forschung: Die gesammelten Daten liefern wichtige Hinweise zur seismischen Aktivität in Regionen, wo sonst kaum Messmöglichkeiten bestehen. Sie helfen, Modelle zu verbessern und die globale Frühwarnarchitektur kontinuierlich weiterzuentwickeln. Nutzer:innen, Behörden und Tech-Firmen müssen Hand in Hand arbeiten, um im Ernstfall zuverlässige Hilfe zu bieten. Die Technologie wird konstant weiter verbessert – mit dem Ziel, möglichst wenige Fehlalarme, aber maximale Warnwirkung bei tatsächlichen Beben zu erreichen.

via Google

via Google

Wissenschaft / Erdbeben / Android-Smartphones / Frühwarnsysteme / Technologie
[trendsderzukunft.de] · 31.07.2025 · 17:55 Uhr
[1 Kommentar]
Barack Obama besuchte das Set von Steven Spielbergs neuem Film 'Disclosure Day', und die Besetzung war beeindruckt.
(BANG) - Emily Blunt wurde "peinlich berührt still", als Barack Obama das Set von 'Disclosure Day' besuchte. Die 43-jährige Schauspielerin erinnert sich noch gut daran, als der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten das Set des kommenden Science-Fiction-Epos besuchte. Und sie weiß auch noch genau, dass Regisseur Steven Spielberg (79) auf peinliche […] (00)
vor 4 Stunden
Polizist in Dortmund angeschossen
Dortmund (dpa) - In Dortmund ist ein Polizist bei einer Bedrohungslage angeschossen worden. Eine Schussweste habe Schlimmeres verhindert, teilte die Polizei mit. Einem Bericht der «Bild-Zeitung» zufolge hat ein Mann in einer Wohnung im Dortmunder Stadtteil Höchsten Kinder als Geiseln genommen und auf den Polizisten geschossen. Dem Bericht zufolge […] (00)
vor 18 Minuten
Medien-Dinner der Washingtoner Hauptstadtpresse
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump will zum Nachholtermin des wegen Schüssen abgebrochenen Gala-Dinners der US-Hauptstadtpresse kommen. Er habe zugesagt, am 24. Juli dort eine Rede zu halten, kündigte der Republikaner auf der Plattform Truth Social an. Ende April hatte ein bewaffneter 31-Jähriger in dem Hotel, in dem das Abendessen in […] (01)
vor 7 Minuten
Resident Evil könnte Fan-Wünsche erfüllen: Capcom denkt über Japan-Setting nach
Resident Evil hat Spieler schon an viele unheimliche Orte geführt. Verlassene Herrenhäuser, verseuchte Städte, abgelegene Dörfer, düstere Inseln und Forschungseinrichtungen gehören längst zur DNA der Reihe. Doch ein Setting hat Capcom bisher auffällig ausgelassen: Japan. Genau darüber spricht nun Masato Kumazawa, Produzent von Resident Evil Requiem […] (00)
vor 46 Minuten
«Twin Peaks»-Darsteller Owain Rhys Davies mit 44 Jahren gestorben
Der walisische Schauspieler wurde vor allem durch seine Rolle als FBI-Agent Wilson in «Twin Peaks: The Return» bekannt. Owain Rhys Davies ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Wie seine Familie mitteilte, verstarb Davies am vergangenen Wochenende überraschend. Die genauen Umstände seines Todes seien bislang noch nicht vollständig geklärt. Bekannt wurde Davies insbesondere durch seine Rolle als […] (00)
vor 5 Stunden
French Open
Paris (dpa) - Auch nach seinem Statement-Sieg zeigte Alexander Zverev keine großen Emotionen, den ausgelassenen Jubel scheint er sich für die erhoffte Titel-Party von Paris aufzuheben. Dabei hatte der deutsche Tennisstar soeben den ersten größeren Härtetest bei den French Open mit Bravour gemeistert und absolute Titelform bewiesen. Der 29-Jährige gewann […] (01)
vor 3 Stunden
kostenloses stock foto zu banknoten, bargeldlose gesellschaft, berlin
Die On-Chain-Aktivität von Bitcoin bleibt deutlich unter den Werten, die während des Höhepunkts des Bullenmarktes 2021 zu beobachten waren. Im Mai 2021 verzeichnete das Netzwerk durchschnittlich etwa 1,12 Millionen aktive Adressen pro Tag und fast 489.000 neu erstellte Wallets täglich. Heute sind diese Zahlen auf etwa 624.000 aktive Adressen und […] (00)
vor 1 Stunde
Zusammen spielen, gemeinsam begeistern: 80 Posaunist*innen mit Nils Landgren
Essen, 02.06.2026 (lifePR) - Der aus Schweden stammende Posaunist und Sänger  Nils Landgren  ist in dieser Spielzeit Porträtkünstler der Philharmonie Essen. Der Musiker gehört zu den bedeutendsten Jazzmusikern Europas und gestaltet nun ein ganz besonderes Projekt: Am  Sonntag, 14. Juni 2026, um 16: 00 Uhr  ist er unter der Überschrift  „Posaune für […] (00)
vor 4 Stunden
 
'Rivals'-Star David Tennant hat gestanden, dass er sein ganzes Leben lang von 'Schuldgefühlen' geplagt wurde und sich wegen 'absolut allem' selbst quält.
(BANG) - 'Rivals'-Star David Tennant wurde sein ganzes Leben lang von […] (00)
Mike und Zara Tindall
(BANG) - Mike Tindall hat die überraschenden Spitznamen enthüllt, die er und seine […] (00)
Paul McCartney
(BANG) - Paul McCartney enthüllt, dass das Verbot von Smartphones bei seinen […] (00)
Britische Innenministerin Mahmood
London (dpa) - Ein schwerwiegender Polizeifehler in Großbritannien hat zu einer […] (01)
cryptocurrency, bitcoin, coin, money, digital, finance, crypto, cognac, liquor, clock
Am 2. Juni 2026 fiel der Bitcoin-Kurs unter die Marke von $70.000, während die […] (00)
Tennis French Open
Paris (dpa) - Nach dem dramatischen Aus von Topfavorit Jannik Sinner halten Flavio […] (01)
 Ein LAN-Kabel steckt im DSL-Steckplatz eines WLAN-Routers
Berlin (dpa/tmn) - Lustige Gesichter, Haustiere oder das Lieblingsessen als Emoji im […] (00)
Kurt Russell
(BANG) - Kurt Russell genießt das "Leben auf der Ranch", nachdem er Los Angeles […] (01)
 
 
Suchbegriff