»Smarter Gebäudebetrieb soll einfacher werden«
Interview zur strategischen Partnerschaft von SAUTER und meteoviva

02. Oktober 2026, 09:33 Uhr · Quelle: LifePR
»Smarter Gebäudebetrieb soll einfacher werden«
Foto: LifePR
SAUTER und meteoviva kooperieren seit fünf Jahren im Rahmen einer strategischen Partnerschaft.
Die Partnerschaft vereinfacht die Integration vorausschauender Gebäudesteuerung und senkt Energieverbrauch ohne Komfortverlust.

Freiburg, 02.10.2026 (lifePR) - Wie lassen sich Gebäude energieeffizienter betreiben, ohne Abstriche beim Komfort zu machen? Was ändert sich, wenn Gebäude nicht nur auf aktuelle Bedingungen reagieren, sondern bereits berücksichtigen, was in den nächsten Stunden passieren wird? Seit fünf Jahren arbeiten SAUTER und meteoviva gemeinsam an Antworten auf diese Fragen. Werner Ottilinger, Geschäftsführer SAUTER Deutschland, und Eric Giese, Geschäftsführer meteoviva, sprechen über die Erfahrungen ihrer strategischen Partnerschaft, den Nutzen intelligenter Gebäudeautomation, den Einsatz digitaler, KI-gestützter Gebäudesteuerung und darüber, warum der Blick voraus auch für den Wert einer Immobilie relevant ist.

Herr Ottilinger, Ihr Unternehmen arbeitet inzwischen seit fünf Jahren strategisch mit meteoviva zusammen. Warum war meteoviva für SAUTER Deutschland interessant?

Ottilinger: Weil wir damit den Blickwinkel der klassischen Gebäudeautomation erweitern können. SAUTER Gebäudeautomation regelt sehr präzise, was in einem Gebäude passiert. Wenn wir darüber hinaus wissen, wie sich beispielsweise Wetter, energetische Nutzung und interne Lasten entwickeln, können wir früher und gezielter agieren. Das eröffnet beim Energieverbrauch und beim Raumkomfort zusätzliche Möglichkeiten.

Herr Giese, die Frage auch an Sie: Was hat meteoviva damals bei SAUTER gesucht?

Giese: Vor allem ein innovatives Unternehmen, mit dem wir eine größere Zielgruppe erreichen und den Aufwand für gemeinsame Kunden spürbar reduzieren können. Ohne Gebäudeautomation bringt die beste Software nichts. Umgekehrt kann die Gebäudeautomation ihr volles Potenzial kaum entfalten, wenn sie ausschließlich allein agiert. Beides muss aufeinander abgestimmt sein. Genau hier kommt die Partnerschaft mit SAUTER ins Spiel.

Herr Giese, meteoviva setzt auf vorausschauende Gebäudesteuerung. Was passiert dabei tatsächlich, bevor am Ende ein neuer Sollwert für die Gebäudetechnik entsteht?

Giese: Einfach ist es vor allem für den Anwender. Im Hintergrund steckt einiges an Technologie. Wir erstellen einen digitalen Zwilling des jeweiligen Gebäudes und berücksichtigen unter anderem Bauphysik, Nutzung, interne Lasten sowie den Einfluss von Außentemperatur, Sonne und Wind. Hinzu kommen Wetterprognosen für die kommenden Tage. Unsere Smart-Data-Lösung verbindet thermodynamische Modellierung mit KI-basierten Algorithmen. Dabei greifen wir auf mehr als 15 Jahre Erfahrung und mittlerweile rund 14 Millionen Stunden realer Betriebsdaten zurück. So berechnen wir, wie viel Wärme, Kälte und Luft ein Gebäude tatsächlich benötigt.

Herr Ottilinger, Berechnungen sind abstrakt, aber müssen auch einen schnellen und kostengünstigen Weg ins Gebäude finden. Wie wichtig war dieser Punkt für die Intensivierung der Partnerschaft?

Ottilinger: Sehr wichtig. Jeder technologische Mehrwert muss sich auch wirtschaftlich abbilden. Wenn ich zunächst viel Zeit und Geld in Projektierung, zusätzliche Datenpunkte und Schnittstellen investieren muss, verschlechtert das die Rechnung für den Kunden. Deshalb war für uns die Frage entscheidend: Wie bekommen wir die digitalen Lösungen von meteoviva noch einfacher in die bestehende SAUTER Welt integriert, um am Ende unseren Kunden neue Wertschöpfungswege zu eröffnen?

Dabei spielte das Projekt iCampus im Werksviertel eine besondere Rolle. Was haben Sie dort gelernt?

Giese: Der iCampus in München war für die Weiterentwicklung unserer Zusammenarbeit ein wesentlicher Impuls. Jeder konkrete Anwendungsfall bringt neue Erkenntnisse mit sich und zeigt, was die Kunden brauchen und welche Problemen sie haben. Das sind für uns wichtige Informationen, um unsere Angebote genauer auf den Bedarf zuzuschneiden.

Ottilinger: Genau. Der „meteoviva ready“-Ansatz entstand nicht im Entwicklungslabor, sondern aus der Praxis und damit im Sinne der Anwender. Wir arbeiten Tag für Tag an der Schnittstelle zwischen technologischen Entwicklungen und den Marktanforderungen, kennen also die Abläufe und auch so manche Hürde. Die Erfahrungen beim Münchner iCampus und aus weiteren gemeinsamen Projekten, ich denke hier an das Bürogebäude NOVE in München oder unsere SAUTER Zentrale in Freiburg, haben deutlich gezeigt, an welchen Stellen wir die Integration noch einfacher gestalten können.

Was bedeutet „meteoviva ready“ für den Kunden konkret?

Giese: In erster Linie weniger Aufwand und garantierte Kompatibilität. Wenn die erforderlichen Mess- und Steuerdatenpunkte in der SAUTER Gebäudeautomation vorhanden sind, können wir sie für unsere Lösungen übernehmen. Die Systeme sind von vornherein darauf vorbereitet, miteinander zu arbeiten. Das reduziert den Integrationsaufwand, spart Zeit und senkt Kosten. Gerade bei der Modernisierung bestehender Gebäude und ihrer Gebäudetechnik ist das ein starkes Argument. „ready“ darf aber nicht nur bedeuten, dass Systeme technisch miteinander kommunizieren können. Entscheidend ist, ob der Betreiber im Alltag davon profitiert und sich darauf verlassen kann, dass seine Gebäudeautomation jederzeit zuverlässig funktioniert.

Bei aller Intelligenz stellt sich damit auch die Frage: Wer hat eigentlich das letzte Wort?

Ottilinger: Die lokale Gebäudeautomation bleibt die Basis. Der Nutzer soll jederzeit nachvollziehen können, wann meteoviva aktiv ist. Dabei bleibt auch das SAUTER Vision Center als zentrale Management- und Visualisierungsplattform relevant. Es schafft Transparenz darüber, was in der Gebäudeautomation geschieht. Auf meteoviva-Seite gibt es zudem das Cockpit, das die Transparenz der prädiktiven Steuerung abbildet. Ist die Optimierung durch meteoviva nicht aktiv, etwa weil die Datenverbindung unterbrochen wird, muss die lokale Automation zuverlässig übernehmen. Intelligenter Gebäudebetrieb bedeutet für mich nicht, Kontrolle abzugeben. Es bedeutet, bessere Entscheidungen automatisiert umzusetzen.

Herr Ottilinger, wie erleben Sie das bei Kunden? Gibt es Vorbehalte dagegen, einem Gebäude immer mehr Entscheidungen zu überlassen?

Ottilinger: Natürlich. Und ich finde diese Skepsis sogar richtig. Wer ein großes Gebäude oder ein ganzes Portfolio verantwortet, möchte wissen, was seine Technik macht. Deshalb sind Transparenz und Usability so wichtig. Technologie muss nachvollziehbar bleiben. Der Nutzer sollte nicht verstehen müssen, wie jeder Algorithmus funktioniert. Aber er muss erkennen können, was sein System tut und jederzeit eingreifen können.

Wir reden viel über Energieeinsparung. Am Ende sitzen aber Menschen in den Gebäuden. Herr Giese, muss sich der Kunde zwischen möglichst niedrigem Energieverbrauch und einem guten Raumklima entscheiden?

Giese: Nein, genau das ist eine der Stärken des Ansatzes. Wir optimieren nicht nur auf eine einzige Zielgröße. Raumklima, Energieverbrauch und CO₂-Fußabdruck können gemeinsam betrachtet werden. Ein Gebäude einfach weniger zu heizen oder zu kühlen, wäre noch keine intelligente Optimierung. Entscheidend ist, die benötigte Energie zum richtigen Zeitpunkt und möglichst effizient einzusetzen. Gleichmäßigere Temperaturverläufe können dabei sogar dazu beitragen, den Komfort zu verbessern.

Herr Giese, gerade im Gebäudebestand steckt enormes Potenzial. Muss dort zunächst die komplette Gebäudetechnik erneuert werden, bevor solche intelligenten Lösungen sinnvoll eingesetzt werden können?

Giese: Gerade nicht. Natürlich brauchen wir eine geeignete technische Basis und die erforderlichen Daten. Aber das große Potenzial liegt gerade im Bestand. Wir können nicht alle Gebäude neu bauen. Deshalb müssen wir die vorhandene Technik intelligenter nutzen und dort modernisieren, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist.

Herr Ottilinger, Stichwort Künstliche Intelligenz: Der Begriff steht derzeit auf fast jeder zweiten Produktbeschreibung. Wo schafft die KI im Gebäudebetrieb heute einen echten Mehrwert?

Ottilinger: Künstliche Intelligenz kann einen großen Beitrag leisten, indem sie vorhandene Daten analysiert und daraus Erkenntnisse für einen effizienteren Gebäudebetrieb gewinnt. Die technische Infrastruktur einer Immobilie produziert enorme Datenmengen. Wenn wir daraus frühzeitig erkennen können, wie Anlagen optimal betrieben werden könnten, wo Energie verschwendet wird oder wann sich Betriebsbedingungen verändern, entsteht ein echter wirtschaftlicher Nutzen. KI um der KI willen interessiert Kunden am Ende nicht.

Herr Giese, wo geht die Reise bei der Gebäudeautomation hin? Was wird sie in den kommenden Jahren prägen?

Giese: Ich glaube, dass sich auch unser Verständnis von Gebäudeautomation als eindeutige Schlüsseltechnologie deutlich ändern wird. Vorausschauende Optimierung wird aus meiner Sicht zunehmend zum Standard werden, und natürlich wird auch netzdienliche Technologie, wie wir es mit Demand Side Management anbieten, gerade bei großen Portfolios immer wichtiger.

Herr Ottilinger, wird sich diese Entwicklung auch im Wert einer Immobilie bemerkbar machen?

Ottilinger: Die Qualität des Gebäudebetriebs gewinnt bereits heute für den langfristigen Wert einer Immobilie an Bedeutung. Energieverbrauch, CO₂-Emissionen, Betriebskosten und Nutzungskomfort spielen bei der Bewertung von Immobilien eine entscheidende Rolle. Ein Smart Building, das seine Technik intelligent und vorausschauend betreibt, hat hier klare Vorteile. Deshalb sprechen wir nicht nur über Gebäudeautomation. Wir sprechen darüber, wie wir Immobilien wirtschaftlich und technologisch zukunftsfähig halten.

Was ist für Sie beide nach fünf Jahren Zusammenarbeit der nächste Schritt? Ottilinger: Mit dem „meteoviva ready“-Ansatz haben wir dafür einen zentralen Schritt gemacht. Jetzt gilt es, diesen Ansatz in weitere Projekte zu bringen. Unser gemeinsames Ziel ist klar: Smarter Gebäudebetrieb soll nicht komplizierter, sondern einfacher werden.

Giese: Richtig, wir wollen die intelligente Optimierung von Gebäuden noch einfacher nutzbar machen. Je weniger Aufwand die Integration verursacht, desto leichter können Eigentümer und Betreiber die vorhandenen Effizienzpotenziale tatsächlich erschließen.

Mehr erfahren zum technischen Hintergrund des „meteoviva ready“-Ansatzes

Immobilien / Gebäudeautomation / KI / Energieeffizienz / Digitaler Zwilling / SAUTER / meteoviva
[lifepr.de] · 02.10.2026 · 09:33 Uhr
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