Silberpreis auf Höhenflug: Rekordmarken und globale Einflüsse
Der Silberpreis setzt seine bemerkenswerte Aufwärtsbewegung fort, indem er am späten Nachmittag sogar die Schwelle von 64 US-Dollar je Unze überwinden konnte. Noch am Morgen lag der Preis rund zwei Dollar niedriger und zeigt somit eindrucksvoll die Dynamik, die den Silbermarkt derzeit beherrscht. Seit Beginn des Jahres hat sich der Silberpreis verdoppelt, nachdem er am 21. November zwischenzeitlich unter 50 Dollar gerutscht war. Ein entscheidender Treiber dieser Rallye ist die jüngste Leitzinssenkung der US-Notenbank, die Silber aufgrund seiner zinslosen Natur einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Niedrigere Zinsen könnten zudem die Konjunktur ankurbeln und damit auch die industrielle Nachfrage nach Silber stärken. Allerdings hat der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, bereits signalisiert, dass weitere Zinssenkungen bei der nächsten Sitzung im Januar nicht zu erwarten sind. Die verstärkte Nachfrage aus Indien und von Silber-ETFs sowie ein verknapptes Angebot in China, das die Lagerbestände auf ein historisches Tief gesenkt hat, unterstützen den Silberpreis zusätzlich. Eine weitere Begünstigung erfuhr der Silbermarkt durch die Schwäche des US-Dollars nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten, was in Nicht-Dollar-Währungsräumen die Kaufkraft für Silber anhebt. Parallel dazu konnte auch der Goldpreis zulegen und erreichte zeitweise 4.280 Dollar je Feinunze, bleibt jedoch unter seinem Allzeithoch vom 20. Oktober. Die Edelmetalle profitieren darüber hinaus von geopolitischen Spannungen, insbesondere dem sich intensivierenden Konflikt zwischen den USA und Venezuela. Die gewaltsame Übernahme eines Tankers nahe der venezolanischen Küste durch die USA wurde von Caracas als "dreister Raubüberfall" und "Akt internationaler Piraterie" verurteilt.

