Sicherheitsfortschritte und Herausforderungen auf deutschen Baustellen
Auf deutschen Baustellen ereigneten sich im vergangenen Jahr 78 tödliche Arbeitsunfälle, zwei mehr als im Jahr zuvor, wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) berichtet. Abstürze, herabfallende oder kippende Bauteile sowie Unfälle mit Baumaschinen zählen zu den häufigsten Ursachen. Trotz des leichten Anstiegs bleibt die Zahl im langfristigen Vergleich rückläufig; vor einem Jahrzehnt lag sie noch über 100.
Der Rückgang der Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft setzt sich insgesamt fort. 2024 wurden 91.813 Vorfälle registriert, verglichen mit mehr als 96.000 im Jahr 2023. Trotz der besseren Zahlen ist die Branche im Vergleich zu anderen nach wie vor stärker betroffen. Ein Drittel der Verletzungen betrifft die Hände, während fast 18 Prozent die Füße und Sprunggelenke in Mitleidenschaft ziehen.
Obwohl bei den Unfällen positive Entwicklungen verzeichnet werden, steigen die Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten beständig an. 2024 wurden über 21.000 Fälle gemeldet, ein deutlicher Anstieg gegenüber rund 15.800 im Jahr 2020. Verantwortlich dafür ist zum Teil die erhöhte Sensibilität jüngerer Generationen gegenüber Gesundheitsrisiken. Zu den häufigsten Berufskrankheiten am Bau zählen Lärmschwerhörigkeit, UV-bedingter Hautkrebs und bandscheibenbedingte Wirbelsäulenerkrankungen.
Die BG Bau reagiert darauf mit der Bereitstellung von UV-Schutzpaketen, die Unternehmen für ihre Mitarbeiter anfordern können. Diese Pakete enthalten Informationsmaterial sowie Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50, Thermobehälter und Sonnenschutzbrille. Frank Werner von der BG Bau betont, wie sich der Umgang mit UV-Schutz in den letzten Jahren gewandelt hat, weg von der traditionellen Darstellung sonnengebräunter Bauarbeiter hin zu einem verstärkten gesundheitlichen Bewusstsein.

