Sibanye-Stillwater fordert Preisgarantien für westliche Rohstoffförderer im Wettbewerb mit China
Trotz milliardenschwerer Investitionen in die strategische Rohstoffversorgung warnt Sibanye-Stillwater vor einem strukturellen Wettbewerbsnachteil westlicher Bergbauunternehmen gegenüber chinesischen Staatskonzernen. Konzernchef Neal Froneman forderte im Gespräch mit der Financial Times staatlich garantierte Mindestpreise für kritische Metalle, um westliche Lieferketten resilient und wettbewerbsfähig zu halten.
„Wenn wir für die USA oder Europa fördern, brauchen wir Preisgarantien, damit sich das Investment rechnet“, so Froneman. Ohne politische Rückendeckung sei es kaum möglich, gegenüber chinesischen Produzenten zu bestehen, die durch staatlich subventionierte Kredite, günstigere Umweltauflagen und koordinierte Exportstrategien massive Vorteile genießen.
Sibanye-Stillwater, mit 7 Mrd. US-Dollar bewertet, hat sich vom klassischen Platinförderer zum strategischen Anbieter für Batteriemetalle gewandelt. In Finnland entwickelt das Unternehmen ein Lithiumprojekt, in Frankreich baut es eine bestehende Nickelraffinerie zum GalliCam-Vorproduktstandort für Batteriemetalle um. Beide Projekte erhalten europäische Fördermittel in Höhe von insgesamt über 600 Mio. Euro. Auch in den USA fließen Steuergutschriften in Höhe von bis zu 60 Mio. Dollar jährlich.
Gleichzeitig beklagt der Konzern anhaltende Verluste in den Geschäftsjahren 2023 und 2024 – unter anderem durch niedrige Marktpreise für Platin und Palladium sowie milliardenschwere Wertberichtigungen auf US-Vermögenswerte. Der scheidende CEO Froneman verweist auf die systemischen Unterschiede: „Wir haben höhere Kapitalkosten und strengere ESG-Auflagen. Wenn der Westen den kapitalistischen Anspruch ernst meint, muss er Investoren die nötigen Renditen ermöglichen.“
Erst beim jüngsten G7-Gipfel bekräftigten westliche Staaten ihr Ziel, „standardsbasierte Märkte“ für kritische Rohstoffe zu etablieren. Hinter den Kulissen wird laut Regierungsinsidern auch ein gemeinsamer Einkaufsmechanismus diskutiert – ein Modell, bei dem Rohstoffe zu garantierten Mindestpreisen von vertrauenswürdigen Lieferanten wie Sibanye-Stillwater bezogen werden könnten.
Froneman, der den südafrikanischen Konzern seit dessen Gründung 2013 führt und im September in den Ruhestand geht, betont die strategische Weichenstellung: „Wir haben uns bewusst gegen Verträge mit China entschieden, während viele andere Produzenten genau diesen Weg gegangen sind.“ Ab Oktober übernimmt Richard Stewart, bislang Chief Regional Officer für Südafrika, die Leitung des Unternehmens.

