Selenskyj sichert sich Unterstützungszusagen vor entscheidendem Treffen mit Trump
Vor seinem mit Spannung erwarteten Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj positive Signale von seinen europäischen Verbündeten erhalten. Wie bei einem Nato-Treffen in Brüssel bekannt gegeben wurde, haben der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein britischer Kollege John Healey zusätzliche Rüstungshilfe zugesagt. Gleichzeitig verschärfte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Ton gegenüber dem Kreml und drohte mit erheblichen finanziellen Belastungen für Russland, das weiterhin die Ukraine angreift.
Selenskyj strebt an, von Trump die Erlaubnis zur Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern zu erhalten, die eine Reichweite von 2.500 Kilometern haben. Diese könnten von Nato-Partnern finanziert werden. Der Kreml zeigte sich alarmiert und warnte die USA eindringlich vor einem solchen Schritt. Dmitri Medwedew, Russlands Ex-Präsident, deutete sogar eine mögliche nukleare Reaktion an.
Mit Zuversicht erklärte Selenskyj in seiner üblichen Videobotschaft, dass das bevorstehende Gespräch mit Trump den Krieg tatsächlich beenden könnte. „Nur die Vereinigten Staaten können einen solchen globalen Einfluss ausüben“, so Selenskyj. Die Ukraine habe intensiv an der Vorbereitung des Termins gearbeitet, auch durch Treffen mit amerikanischen Rüstungs- und Energieunternehmen.
Der ukrainische Präsident möchte die Stärke als Schlüssel zum Frieden nutzen und hat in den letzten dreieinhalb Jahren auf westliche Unterstützung gegen Russlands Invasion gesetzt. Das Treffen mit Trump erinnere an ein weniger angenehmes Zusammentreffen im Februar, als der US-Präsident Selenskyj unerwartet zurechtgewiesen hatte. Seither haben sich die Beziehungen merklich verbessert.
Hegseth kommentierte, dass die USA gemeinsam mit ihren Verbündeten Russland wirtschaftlich schwächen könnten, sollten keine Friedenslösungen gefunden werden. Unterdessen hat Trump angekündigt, dass Indien künftig auf russisches Öl verzichten wolle, einem Druck der USA nachgebend. Zuvor hatten Strafzölle auf Indien diesen Schritt vorbereitet.
Indes haben sich Deutschland und die Ukraine auf eine verstärkte Kooperation im Rüstungsbereich geeinigt. Dies könnte die ukrainischen Verteidigungsfähigkeiten weiter ausbauen. Großbritannien plant darüber hinaus die Entwicklung verbesserter Abfangdrohnen, die in großen Stückzahlen der Ukraine zur Verfügung gestellt werden sollen.
Währenddessen sind in der Ukraine vermehrt russische Angriffe zu verzeichnen, bei denen es zu Verletzten und erheblichen Schäden kam. Diese Angriffe belasten die Energieversorgung erheblich, was in Kombination mit den sinkenden Temperaturen eine massive Herausforderung für die Bevölkerung darstellt.

