Selenskyj fordert beschleunigte Waffenlieferungen – Westen zögert
In einer leidenschaftlichen Ansprache betonte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut die Notwendigkeit, die defensive Kapazität seines Landes zu stärken. Er appellierte an die westlichen Verbündeten, die Lieferung von Flugabwehrsystemen und Kampfjets zu beschleunigen. Selenskyj äußerte sein Bedauern darüber, dass die Reaktionsgeschwindigkeit der westlichen Welt besonders in diesen beiden Bereichen zu wünschen übriglasse. Aufgrund dieser Verzögerungen könne Russland seine Luftüberlegenheit weiterhin ausnutzen und sei in der Lage, mit Gleitbomben strategisch wichtige ukrainische Städte sowie Defensiveinrichtungen zu zerstören. Die russischen Streitkräfte setzten diese Taktik insbesondere an den Frontlinien bei Charkiw und im Gebiet Donezk ein.
Im Fokus von Selenskyjs Forderungen stehen zwei zusätzlichen Systeme des Typs Patriot, deren Bereitstellung er bereits mehrfach erbeten hat. Er betonte, dass mit diesen Systemen besonders Charkiw effektiver vor wiederholten Luftangriffen geschützt werden könnte. Diese nordöstliche Metropole zählt zu den am härtesten vom Krieg betroffenen Städten der Ukraine.
Außerdem adressierte Selenskyj das Thema der noch ausstehenden Lieferung von F-16 Kampfjets, die der Ukraine vor einem Jahr zugesichert worden waren. Laut offizieller Auskunft sind diese jedoch noch nicht eingetroffen. Experten verweisen auf die grundsätzlich langen Lieferzeiten des Westens, welche Russland die Möglichkeit geben, sich auf die Ankunft neuer Waffensysteme einzustellen.
Neben militärischen Aspekten erwähnte der ukrainische Präsident auch den kommenden Friedensgipfel in der Schweiz. Dieser werde ein 'wahrhaft globales' Ereignis mit der erwarteten Teilnahme von Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt. Russland steht auf der Gästeliste allerdings nicht, während China, dem ein bedeutender Einfluss auf Russlands Strategien nachgesagt wird, noch zögert, ob es eine Delegation zum Gipfel senden wird. (eulerpool-AFX)

