SEC plant umfassende Reform der Offenlegungsregeln
Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC wird die Offenlegungsregeln für börsennotierte Unternehmen grundlegend überarbeiten, wie der Vorsitzende Paul Atkins bekanntgab. Diese Ankündigung erfolgte in der Woche, in der Präsident Donald Trump vorschlug, von einer vierteljährlichen auf eine halbjährliche Berichterstattung umzustellen.
Atkins unterstrich in einem Interview mit CNBC, dass es an der Zeit sei, die Methoden der Informationsverbreitung und deren Zweckmäßigkeit zu überprüfen. Er bemerkte, dass viele Investoren mehr aus Gewinnbesprechungen als aus den quartalsweisen Berichten erfahren. Zudem kritisierte er, dass der Fokus auf kurzfristige Gewinne durch die vierteljährigen Berichte verstärkt wird.
Atkins, ein langjähriger Kritiker der umfangreichen Offenlegungsanforderungen, hat bereits angekündigt, die Berichterstattung zu Vorstandsgehältern zu reduzieren. Weitere Offenlegungen, wie jene zu Konfliktmineralen, könnten ebenfalls eingeschränkt oder abgeschafft werden.
In dem Interview hob Atkins die „enormen Kosten“ hervor, die mit der Einhaltung regulatorischer Vorgaben verbunden sind, und bezeichnete sie als Hauptgrund, warum viele Unternehmen privat bleiben. Trumps jüngste Äußerungen belebten eine Idee, die er bereits in seiner ersten Amtszeit vertrat. Der damalige SEC-Vorsitzende Jay Clayton hatte die Möglichkeit bereits 2019 diskutiert, doch die Pläne verliefen im Sande.
Seit 1970 verlangt die SEC vierteljährige Berichte, was zu Spannungen zwischen informationssuchenden Investoren und Unternehmen geführt hat, die diese Anforderungen als belastend empfinden. Andrew Jones vom Conference Board äußerte, dass die Einschränkung der Offenlegung die Transparenz mindern und die Marktunsicherheit erhöhen könnte. Während viele Volkswirtschaften an vierteljährige Berichte gebunden sind, reichen in Ländern wie Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Australien bereits halbjährliche Berichte aus.

