Schwankende Metallmärkte: Ein Tanz auf dünnem Eis
Die Rohstoffmärkte starteten die Woche mit heftigen Turbulenzen, ausgelöst durch eine spürbare Preiskorrektur bei Edel- und Industriemetallen. Der europäische Stoxx 600, der den Rohstoffsektor abdeckt, verzeichnete einen Rückgang um 2,6 Prozent auf 731 Punkte. Zuvor war dieser Index nach einer beeindruckenden Rally Anfang Dezember bis zu einem Jahreshöchststand von nahezu 800 Punkten gestiegen. Einen entscheidenden Impuls für den Einbruch lieferte die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der Federal Reserve zu ernennen. Warsh ist bekannt für seine restriktive Haltung zur Inflationsbekämpfung, was bei Investoren die Flucht aus risikoreichen Anlagen auslöste.
Die Volatilität auf den Metallmärkten wurde besonders bei Edelmetallen wie Gold und Silber sichtbar, berichtet Jim Reid von der Deutschen Bank. Der Goldpreis erlitt einen dramatischen Tagesverlust von 9 Prozent, nachdem er in den Tagen zuvor neue Höhen erklommen hatte. Silber zeigte dabei noch ausgeprägtere Schwankungen. Der Druck auf spekulative Investitionen führte dazu, dass Hedgefonds gezwungen wurden, Teile ihrer Portfolios zu liquidieren, um finanzielle Stabilität zu gewährleisten.
In der Folge wurden Aktienmärkte ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, besonders in London, wo Bergbaukonzerne wie Glencore, Anglo American und Antofagasta herbe Verluste hinnehmen mussten. Auch Stahlhersteller in Frankfurt und Paris blieben von diesem Sog nicht verschont. Während Unternehmen wie Thyssenkrupp und Salzgitter deutliche Kursrückgänge erfuhren, erinnern Analysten daran, dass beispielsweise Salzgitter zuvor eine beachtliche Umsatzsteigerung erzielen konnte.

