Schwankende Anleihemärkte: Zinssenkungen und Renditeprognosen
Analysten zweifeln derzeit daran, dass die erwartete Zinssenkung der US-Notenbank im Jahr 2026 auch die langfristigen Renditen beeinflussen wird. Die Anleihe von ABO Energy musste erneut einen erheblichen Kursverlust hinnehmen. Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen bleiben konstant bei 2,83 Prozent, während zehnjährige US-Treasuries aktuell 4,17 Prozent bieten. Die 30-jährigen US-Staatsanleihen haben diese Woche kurz die Marke von 4,80 Prozent unterschritten, was einen signifikanten technischen Bereich darstellt. Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe hält dies für wichtig, insbesondere da auch die deutschen 30-jährigen Anleihen in jüngster Zeit auf 3,40 Prozent gefallen sind. Ein weiterer Rückgang könnte drohen, obwohl Analysten der LBBW mittelfristig steigende Renditen prognostizieren.
Auch in den USA wird ein Anstieg der Renditen um 4,50 Prozent für zehnjährige Treasuries erwartet. Trotz der bevorstehenden Zinssenkung der Fed bleibt das Risiko eines weiteren Kursverfalls bei langlaufenden Treasuries bestehen, so Elmar Völker. Steigende Inflationsrisikoprämien und das US-Steuergesetz erhöhen die Besorgnis über die Staatsverschuldung, was die Kurvensteilheit der Renditen zum Jahreswechsel 2025 beeinflusst hat.
Arif Husain von T. Rowe Price sieht zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Renditen durch das Schuldenaufnehmen von Regierungen und Unternehmen im KI-Sektor. Er prognostiziert einen Anstieg des Renditeaufschlags bei zehnjährigen Staatsanleihen. Dr. Jens Ehrhardt weist darauf hin, dass Leitzinssenkungen nicht automatisch fallende Langfristzinsen bedeuten.
Im Bereich der Unternehmensanleihen verzeichnet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Käufe bei BMW, Mercedes-Benz und der Asian Development Bank. Eine neue Anleihe von Heidelberg Materials erfreut sich ebenfalls guter Nachfrage, während die Porsche-Anleihe verkauft wird. Die Venezuela-Anleihe notiert nach der anfänglichen Aufwärtsbewegung jetzt bei 39 Prozent. Ein erneuter Kurssturz trifft die Anleihe der ABO Energy, die von 50 auf 20 Prozent gefallen ist. Ursprünglich im November noch bei über 100 Prozent, hat das Unternehmen seine Verlustprognose auf 170 Mio. Euro im Jahr 2025 ausgeweitet, was Anleger zur Flucht veranlasst.

