Scharfe Töne Richtung Moskau: Deutschland mahnt Russland zur Zurückhaltung
Außenminister Johann Wadephul hat in einer eindringlichen Botschaft Russland vor weiteren Luftraumverletzungen bei Nato-Partnern wie Polen und Estland gewarnt. Auf einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York, anlässlich des Eindringens russischer Kampfjets in den estnischen Luftraum, betonte der CDU-Politiker die reaktionsfähige Haltung des Bündnisses. Wadephul unterstrich, dass flexible Antworten jederzeit möglich seien und forderte Moskau auf, von aggressiven Handlungen abzurücken.
In Anbetracht der klaren Stellungnahmen der polnischen Führung - Premierminister Donald Tusk und Außenminister Radoslaw Sikorski -, die bereit sind, eindringende Flugzeuge und Raketen bei Bedrohungslage abzuschießen, nahm Wadephul eine diplomatische Haltung ein. Er verwies auf die gemeinsame Solidarität innerhalb der Nato und verwies darauf, dass Reaktionen auf territoriale Verletzungen im Konsens des Bündnisses entschieden würden. "Jedes souveräne Land hat das Recht, seinen Luftraum zu verteidigen, und Polen handelt demnach", erklärte er.
Die Erwartung, dass Russland die territoriale Integrität seiner Nachbarn respektiert, bleibt unmissverständlich. Laut Estland drangen am Freitag drei russische Jets für etwa zwölf Minuten in den nationalen Luftraum ein. Zusätzlich wurden bei einem russischen Angriff auf die Ukraine zahlreiche Drohnen im polnischen Luftraum und damit innerhalb der Nato-Sphäre gesichtet. Auch Rumänien verzeichnete eine russische Drohne in seinem Luftraum.

