Schadensbegrenzung bei Paypal: Sicherheitslücke im Griff
Die kürzlich aufgetretene Sicherheitslücke bei Paypal hat den US-Zahlungsdienstleister dazu veranlasst, schnelle Maßnahmen zur Schadensbegrenzung einzuleiten. Laut einer Unternehmenssprecherin sollen alle legitimen Transaktionen der betroffenen Händler zügig erstattet werden.
Vor rund einer Woche versagten die Sicherheitssysteme von Paypal, die normalerweise betrügerische Abbuchungen erkennen und stoppen. Infolgedessen hielten zahlreiche deutsche Banken Lastschriften im zweistelligen Milliardenbereich zurück, die von der Paypal-Bank in Luxemburg eingereicht worden waren. Diese Transaktionen betrafen Einzüge, bei denen Paypal das Geld von den Bankkonten der Kunden abbucht, insbesondere nach Online-Käufen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur überschritt eine einzelne betrügerische Abbuchung die Schwelle von einer Milliarde Euro, während andere Summen im dreistelligen Millionenbereich lagen.
Die ungewöhnlich hohen Beträge fielen den Banken sofort auf, denn solche Größenordnungen sind unüblich. Die Blockade traf insbesondere Händler, die deshalb keine oder nur verzögerte Zahlungen erhielten.
Paypal entschuldigte sich bei seinen Kunden und versicherte, dass die Sicherheit weiterhin oberste Priorität habe. Durch den Käufer- und Verkäuferschutz sollen Verbraucher und Händler gleichermaßen unterstützt werden. Die Störung sei inzwischen behoben und in enger Zusammenarbeit mit den Partnerbanken würden mögliche Unregelmäßigkeiten auf den Kundenkonten geklärt.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) meldete jedoch Verzögerungen in der Abstimmung mit Paypal bezüglich notwendiger Prozesse, um alle Fälle abzuwickeln. Man sei aber optimistisch, bis Mitte der nächsten Woche eine Lösung zu finden. Thomas Groß, Chef der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), verkündete während einer Telefonkonferenz, dass der Zahlungsverkehr seit Dienstag normal funktioniere, jedoch unter strenger Beobachtung.
Viele Transaktionen bedürfen noch der Nachbearbeitung, was größtenteils automatisch, in einigen Fällen aber auch manuell geschehen müsse. Ein Branchenkenner sprach von einer sechsstelligen Anzahl zuvor blockierter Transaktionen, die einer Einzelprüfung bedürfen. Paypal bleibt trotz des Zwischenfalls der führende Online-Zahlungsdienst in Deutschland, mit einem Marktanteil von knapp 30 Prozent bei Online-Käufen.

