Santos startet kontroverses Gasprojekt und trifft auf Umweltbedenken
Der australische Energieriese Santos hat mit der Förderung aus dem umstrittenen Barossa-Gasfeld begonnen, welches als eines der klimaschädlichsten Gasprojekte weltweit gilt. Die Produktion sichert die Belieferung asiatischer Märkte, insbesondere Japans, stößt jedoch auf Kritik in Bezug auf Australiens Klimaziele zur Netto-Null-Emission. Das Barossa-Gasfeld in nordaustralischen Gewässern lieferte kürzlich erstmals Erdgas an das schwimmende Verarbeitungs- und Speicherschiff BW Opal, wie Santos an der Australischen Börse mitteilte. Mit dieser Neulieferung kann die Kapazität der Darwin-Flüssiggas-Exportanlage von Santos wieder hochgefahren werden.
Kritiker bemängeln den hohen CO2-Gehalt des Gases und betrachten das Projekt als Brennpunkt in der Debatte um Australiens Rolle als großer Exporteur fossiler Brennstoffe. Das Emirat gelobte kürzlich, seine Treibhausgasemissionen bis 2035 um bis zu 70 Prozent zu reduzieren, was durch Barossa erschwert wird. Umweltgruppen sowie traditionelle Eigentümer der Tiwi-Inseln führten einen langen Rechtsstreit, der Santos zwang, die Pipeline neu zu planen und weitere Konsultationen durchzuführen.
Die ersten sechs Bohrlöcher des Barossa-Feldes sind erfolgreich und sollen täglich durchschnittlich 300 Millionen Standardkubikfuß Gas liefern. Als Herzstück von Santos’ Portfolio umfasst das Projekt eine 262 Kilometer lange Unterwasser-Pipeline und soll jährlich 3,7 Millionen Tonnen Flüssiggas bereitstellen, was etwa vier Prozent der australischen Exportkapazität entspricht. Neben Santos hält Südkoreas SK Innovation E&S und das japanische Unternehmen Jera Co. Anteile an dem Feld. Santos-CEO Kevin Gallagher betont die Bedeutung für Kunden und Aktionäre durch die verlässliche Energieversorgung und langfristigen Wertsteigerungen.
Die Emissionen fallen unter Australiens Safeguard-Mechanismus, wobei das Unternehmen auf Emissionsausgleiche und CO2-Abscheidung setzt, um seine Limits zu erfüllen und von Beginn an Netto-Null-Emissionen der Lagerstätte zu gewährleisten. Für die Anteilseigner von Santos dürfte der Produktionsbeginn eine gute Nachricht sein, nachdem der Aktienkurs letzte Woche nach dem Rückzug eines Übernahmeangebots durch ein von Abu Dhabi National Oil Co. geführtes Konsortium um 19 Milliarden Dollar um 11 Prozent gefallen ist.

