Sanofi plant Führungswechsel: Merck-Chefin Garijo übernimmt Führung
Der französische Pharmakonzern Sanofi hat überraschend die Abberufung seines bisherigen Chefs Paul Hudson bekanntgegeben, unter dessen Leitung das Unternehmen bis zum 17. Februar steht. Ab der Hauptversammlung am 29. April wird Belén Garijo, bisherige Vorstandsvorsitzende von Merck, die Führung des Konzerns übernehmen. Während der Übergangszeit wird Olivier Charmeil die unternehmerischen Belange bei Sanofi leiten. Diese Ankündigung versetzte den Aktienmarkt in Aufregung und führte zu einem Kursrutsch von fast 6 Prozent. Paul Hudson, der 2019 von Novartis zu Sanofi wechselte, trieb die strategische Neuausrichtung des Unternehmens voran, indem er den Fokus von Diabetes auf Immunkrankheiten, Impfstoffe und innovative Therapien legte.
Trotz einiger Erfolge steht Sanofi nun vor Herausforderungen: Der Umsatz des Kassenschlagers Dupixent könnte aufgrund eines bevorstehenden Patentablaufs einbrechen. Auch blieben neue Umsatzbringer bislang aus, da mehrere Medikamentenstudien keine durchschlagenden Ergebnisse lieferten. Zuletzt scheiterten wichtige Sanofi-Projekte wie der Wirkstoff Tolebrutinib gegen Multiple Sklerose sowie Amlitelimab zur Behandlung von Neurodermitis in entscheidenden Testphasen.
Analysten zeigten sich angesichts Hudsons Ablösung überrascht und sehen die schnellen Veränderungen im Management kritisch. Graham Parry von der Citigroup hält Garijos Erfahrungen für wertvoll, zweifelt jedoch an ihrer Positionierung als Idealkandidatin aus einem forschenden Pharmaunternehmen. Sanofis Verwaltungsratschef Frédéric Oudéa erwägt positiv, dass Garijo durch ihre lange Branchenerfahrung und ihre bisherigen Erfolge bei Sanofi wertvolle Impulse setzen kann.
Neben ihrer aktuellen Rolle bei Merck war Garijo für Abbott in der Forschung tätig. Bei Merck wird sie ihre Führung am 1. Mai an Kai Beckmann übergeben, der die Elektroniksparte des Unternehmens leitet. Unter Garijos Leitung schaffte Merck Zukäufe wie die Übernahme von Springworks Therapeutics.

