Russlands Junge unter dem Ruf der Pflicht: Einberufung in Zeiten des Krieges
Inmitten der andauernden Auseinandersetzungen mit der Ukraine hat Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin ein umfassendes Dekret zur Einberufung junger Männer in die Streitkräfte erlassen. Bis zum Sommer sollen 160.000 Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren ihren Wehrdienst antreten. Diese Zahl stellt eine bemerkenswert hohe Einberufung dar, seitdem der Kreml 2012 begann, verstärkt auf den Einsatz von Berufssoldaten zu setzen. Jährlich werden noch immer in zwei großen Wellen - Frühling und Herbst - über 100.000 Männer für den obligatorischen Dienst rekrutiert.
Interessanterweise verfolgt Russland bei dieser Kampagne einen modernen Ansatz: Neben den traditionellen gedruckten Einberufungsbescheiden werden nun auch digitale Benachrichtigungen eingesetzt. Diese werden im "Gosuslugi"-Portal übermittelt, das von einem Großteil der russischen Bürger für verschiedenste staatliche Leistungen genutzt wird.
Die Zahl der russischen Truppen wurde seit Beginn des Konflikts bereits mehrfach aufgestockt, zuletzt auf 2,4 Millionen Angehörige, wovon 1,5 Millionen aktiv im Dienst stehen sollen. Offiziell sind diese Wehrpflichtigen nicht in den Ukraine-Krieg involviert. Dennoch gab es Berichte über ihre Verstrickung in Kampfhandlungen nahe der russischen Grenze.

