Russische Provokation bringt Spannungen in Litauen auf die Tagesordnung des EU-Gipfels
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte bei einer Pressekonferenz nach dem EU-Gipfel in Brüssel, dass die jüngste Luftraumverletzung in Litauen eine bewusste Provokation Russlands darstellt. Laut Merz handelte es sich um einen gezielten Vorfall, der am selben Tag stattfand, als die Staats- und Regierungschefs über weitere Unterstützung für die Ukraine diskutierten. Zuvor hatte der Gipfel ein neues Sanktionspaket gegen Moskau beschlossen.
Berichten der litauischen Armee zufolge drangen am Abend zwei russische Militärflugzeuge, ein SU-30-Jet und ein IL-78-Tankflugzeug, in den Luftraum des baltischen EU- und NATO-Mitglieds ein. Dieser Vorfall ereignete sich gegen 18.00 Uhr Ortszeit nahe Kybartai. In einer Erklärung erwähnte Merz, dass eine besonnene Reaktion, analog zu den vorangegangenen Wochen, beabsichtigt sei.
Angesichts der wiederholten Luftraumverletzungen hatte die NATO im September die Operation 'Eastern Sentry' ins Leben gerufen, um die Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten zu stärken. Merz kündigte an, mit Verteidigungsminister Boris Pistorius über die Angelegenheit zu sprechen und erwartet auch eine Diskussion im NATO-Rat.
Moskau hingegen wies die Anschuldigungen aus Litauen scharf zurück und betonte, dass die SU-30-Flüge Teil regulärer Übungen über Kaliningrad waren. Die russischen Streitkräfte behaupten, dass keine Staatsgrenzen verletzt wurden, was durch objektive Kontrollmittel bestätigt worden sei.

