Russische Bedrohung könnte NATO-Ostflanke anspannen
Die Sicherheitslage an der NATO-Ostflanke könnte sich bei einem möglichen Waffenstillstand in der Ukraine weiter zuspitzen. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, äußerte gegenüber dem 'Tagesspiegel', dass solange die Ukraine sich verteidigt, die Gefahr gedämpft bleibe, da russische Truppen dort gebunden seien und täglich hohe Verluste erleiden.
Verändert würde die Situation mit einem Waffenstillstand, da dies Russland ermöglichen könnte, seine militärischen Kapazitäten ungestört auszubauen. Dies könne eine erhöhte Bedrohung für die NATO-Staaten, vor allem an der Ostgrenze, darstellen. Ischinger betont jedoch die Dringlichkeit, das Leid in der Ukraine zu beenden, jedoch ohne die Illusion zu nähren, dass ein Waffenstillstand allein die Spannungen lösen würde.
Ein unkontrollierter russischer Truppenaufmarsch im Westen sei kaum abzuwenden, was zu einer erhöhten Gefahr auch für Deutschland führen könnte. Ischinger unterstrich, dass der Ausgang des Ukraine-Konflikts von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit Europas sei. Er erwartet zudem den Gastauftritt von Wolodymyr Selenskyj auf der kommenden Sicherheitskonferenz.
Der militärische Widerstand der Ukraine gegen die russische Aggression dauert nun fast vier Jahre an. Währenddessen streben die USA über Verhandlungen eine Beendigung der Kriegshandlungen an.

