Rückschlag im Wohnungsbau: Weniger Fertigstellungen trotz hoher Nachfrage
Die Herausforderung, der Wohnungsnot zu begegnen, spitzt sich weiter zu: Die Zahl der in Deutschland fertiggestellten Wohnungen ist im letzten Jahr drastisch zurückgegangen. Laut Statistischem Bundesamt wurden 251.900 Einheiten abgeschlossen, was 14,4 Prozent oder 42.500 Wohnungen weniger als im Vorjahr bedeutet. Dieser Rückgang ist der erste signifikante Einbruch, nachdem die Fertigstellungszahlen in den Jahren 2021 bis 2023 konstant bei circa 294.000 gelegen hatten.
Die Ursachen für den Rückgang sind vielfältig, dominieren jedoch die gestiegenen Zinsen und Baukosten, die viele Bauherren von ihren Vorhaben absehen ließen und auch Investoren zurückhaltend machten. Bemerkenswert ist, dass von einem Tiefststand von 159.000 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2009 bis zu einem Spitzenwert von 306.400 im Jahr 2020 ein erheblicher Anstieg verzeichnet wurde.
Die neue Regierungskoalition hat angesichts des Wohnraummangels in vielen Städten ambitionierte Pläne: Bauministerin Verena Hubertz von der SPD plant einen "Wohnungsbau-Turbo", um bürokratische Hürden abzubauen, moderne Bauverfahren zu fördern und mehr Bauland auszuweisen. Die bisherigen Ziele der Vorgängerregierung aus SPD, Grünen und FDP von jährlich 400.000 neuen Wohnungen waren unerfüllt geblieben.
Ein Hoffnungsschimmer zeichnet sich dennoch in der Baubranche ab: Laut Peter Hübner, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, nimmt das Neugeschäft mit Wohnbaukrediten wieder Fahrt auf und verzeichnete 2024 einen Zuwachs von fast einem Viertel. Der Trend hält auch zu Beginn des Jahres 2025 an, was als mögliches Anzeichen dafür gesehen wird, dass der Tiefpunkt im Wohnungsneubau bald überwunden sein könnte.

