Rückschlag an Europas Börsen vor verlängertem US-Wochenende
Die europäischen Aktienmärkte erlebten am Freitag eine leichte Abwärtsbewegung, was von Marktexperten wie Andreas Lipkow auf eine allgemeine Zurückhaltung vor dem langen Wochenende in den USA zurückgeführt wird. Das Monatsende trug ebenfalls zur gedämpften Stimmung bei, da viele institutionelle Investoren in der Regel Gewinne realisieren und Risiken in ihren Portfolios minimieren.
Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, verlor bis zum Mittag 0,44 Prozent und fiel damit auf 5.372,96 Punkte. In der Schweiz zeigte sich ein ähnliches Bild, als der SMI um 0,18 Prozent nachgab und bei 12.197,58 Punkten notierte. Auch der britische FTSE 100 fiel um 0,25 Prozent auf 9.194,09 Zähler.
Europaweit herrschte ohnehin eine lethargische Stimmung, angefeuert durch die Regierungskrise in Frankreich, die den Kapitalmarktstrategen Jürgen Molnar von RoboMarkets Sorge bereitet. Die Renditen für 30-jährige französische Staatsanleihen stiegen mit 4,5 Prozent auf ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2011 verzeichnet wurde, was die Besorgnis der Anleger um die finanzpolitische Stabilität Frankreichs verstärkte.
Vor allem Bankaktien waren betroffen und setzten ihren kurzfristigen Abwärtstrend fort, beeinflusst durch die Unsicherheiten im Nachbarland Frankreich. John Taylor von Alliance Bernstein äußerte, dass das von Frankreich ausgehende finanzpolitische Risiko unterschätzt worden sei.
Unter den Aktien im Rückwärtsgang fanden sich auch die Spirituosenhersteller. Pernod Ricard verzeichnete einen Rückgang von 1,2 Prozent auf 99,20 Euro, nachdem sie am Vortag Spitzenwerte von 107,45 Euro erreicht hatten. Die UBS-Analysten hoben hervor, dass die Branche weiterhin vor Herausforderungen stehe und ein schwaches erstes Quartal für Pernod zu erwarten sei. Auch Remy Cointreau musste trotz eines positiven Ausblicks anfängliche Gewinne abgeben und sank um 1,5 Prozent.

