Rückgang bei Unterhaltungselektronik trotz sportlicher Großereignisse – Wearables auf dem Vormarsch
Die Olympischen Sommerspiele und die Fußball-Europameisterschaft vermochten es nicht, den erhofften Absatzboom im Bereich der Unterhaltungselektronik in Deutschland zu erreichen. Der Digitalverband Bitkom vermeldet, dass trotz dieser sportlichen Großereignisse die Umsätze in der Branche zurückgingen. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder konstatierte, dass in der Vergangenheit solche Events die Verbraucher oft dazu bewegten, neue und größere Fernseher zu kaufen. Dieser Effekt blieb jedoch in diesem Jahr aus.
Nach der aktuellen Trendstudie des Bitkom zur "Zukunft der Consumer Technology 2024" setzen sich die rückläufigen Umsätze im Bereich klassischer Unterhaltungselektronik fort. Der Marktwert sinkt im laufenden Jahr um 7,5 Prozent von 8,2 Milliarden Euro auf 7,6 Milliarden Euro. Ein Grund hierfür ist die Marktsättigung, die sich vor allem durch verstärkte Investitionen in neue Geräte während der Corona-Pandemie erklärt. Viele Haushalte sind noch gut mit Geräten ausgestattet, sodass aktuell kein großer Bedarf an Ersatzkäufen besteht.
Ein Lichtblick in der Branche ist hingegen das Geschäft mit Smartphones und Wearables. Für das laufende Jahr erwartet Bitkom den Verkauf von 21,4 Millionen Smartphones und einen Umsatz von 12,3 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Noch dynamischer zeigt sich das Segment der Wearables, wo 13,1 Millionen verkaufte Geräte und ein Umsatz von 2,6 Milliarden Euro erwartet werden. Dies entspricht einem Plus von 8,1 Prozent.
Besonders Smartwatches treiben das Wachstum im Wearables-Segment voran. Laut einer repräsentativen Umfrage des Bitkom nutzen mittlerweile 36 Prozent der deutschen Bevölkerung zumindest gelegentlich eine Smartwatch. Herausragend ist die Nutzung unter Jüngeren: 64 Prozent der 16- bis 29-Jährigen verwenden sie, in der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre sind es noch 48 Prozent. In der Altersgruppe 65+ sinkt der Anteil auf 14 Prozent.
Zusätzlich zu Smartwatches kommen immer mehr smarte Accessoires und Gadgets auf den Markt, die eine Vielzahl von Körperfunktionen messen können. Eine wachsende Zahl von Konsumenten zeigt Interesse an smarten Kopfhörern, Einlegesohlen, Gürteln, Pflastern und Kleidungsstücken. Auch neuartige Produkte wie smarte Fingerringe und kleine smarte Assistenten, die am Zahn befestigt oder sogar implantiert werden können, wecken Interesse.
Rohleder betont, dass diese neuen Produkte noch teuer und oft Nischenprodukte sind, jedoch großes Potenzial für den Massenmarkt haben. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Markt für Wearables weiterentwickelt und ob sie traditionelle Geräte in Zukunft ablösen können.

