Rückgang bei Solarstrom-Anlagen, Anstieg bei Batteriespeichern: Ein Blick auf den deutschen Markt
Rückgang bei neuen Solaranlagen
In Deutschland ist ein bemerkenswerter Rückgang bei der Installation neuer Solarstrom-Anlagen zu verzeichnen. Im ersten Quartal 2023 sank der Zubau um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, so der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).
Die neu installierten Solaranlagen erreichten eine Maximalleistung von 3,5 Gigawatt. Besonders auffällig ist der Rückgang im Gebäudebereich, wo die neu installierte Kapazität im Heimsegment um 21 Prozent auf 0,85 Gigawatt fiel. Auch im Gewerbedachsegment, das größere Anlagen umfasst, gab es einen Rückgang von 33 Prozent auf 0,6 Gigawatt. Selbst die populären Balkonkraftwerke, die aufgrund ihrer geringen Kosten an Beliebtheit gewonnen haben, verzeichneten einen Rückgang von 6 Prozent auf 0,09 Gigawatt.
Zuwachs bei Batteriespeichern
Im Kontrast dazu zeigt der Markt für Batteriespeicher ein starkes Wachstum. Im ersten Quartal wurden 2 Gigawattstunden an Speicherkapazität neu in Betrieb genommen, was den Gesamtbestand auf etwa 28 Gigawattstunden anhebt, verteilt auf 2,5 Millionen Anlagen. Laut BSW-Solar entspricht dies dem durchschnittlichen Tagesstromverbrauch von rund 3 Millionen Haushalten in Deutschland.
Über die Hälfte des Zubaus entfiel auf Großspeicher mit Kapazitäten von mehr als einer Megawattstunde, was eine nahezu Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Im Bereich der Heimspeicher, mit Kapazitäten von 5 bis 20 Kilowattstunden, stagnierte der Zubau jedoch bei rund 0,74 Gigawatt. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Markt auf große, zentrale Lösungen setzt, um die Energieversorgung zu stabilisieren.
Warnungen vor regulatorischen Eingriffen
Trotz der positiven Entwicklung im Batteriespeichersegment äußert der BSW-Solar Bedenken hinsichtlich der aktuellen Pläne der Bundesregierung. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Verbands, warnt vor möglichen Einschnitten bei der Solarförderung und fordert, dass Batteriespeicher bei den kommenden Kraftwerksauktionen nicht durch ungünstige Ausschreibungskriterien benachteiligt werden dürfen.
Die gegenwärtige Energiekrise macht deutlich, wie wichtig ein schneller Ausbau erneuerbarer Energien und Speicherkapazitäten ist, um die Abhängigkeit von teuren Energieimporten zu verringern. Körnig betont, dass ein Bremsen der Solarenergie dem Wirtschaftsstandort schadet und die Kosten für die Bürgerinnen und Bürger in die Höhe treibt.
Ausblick auf die Marktentwicklung
Trotz der aktuellen Herausforderungen rechnet der Verband in den kommenden Wochen mit einer leichten Belebung der Nachfrage im Solarbereich. Diese könnte durch die Energiekrise und Vorzieheffekte in Erwartung möglicher Fördereinschnitte ausgelöst werden. Dennoch bleibt abzuwarten, ob dies ausreicht, um die nötigen, stabilen Investitionsbedingungen zu schaffen, die für ein nachhaltiges Wachstum erforderlich sind.

