Rückgang bei deutschen Anleihekursen nach Trump-Rede in Davos
Nach der viel beachteten Rede von US-Präsident Donald Trump in Davos haben die Kurse deutscher Staatsanleihen am Mittwoch Einbußen verzeichnet. Der Euro-Bund-Future, ein wichtiger Indikator für die Kursentwicklung, sank um 0,16 Prozent und schloss bei 127,79 Punkten. Gleichzeitig stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 2,88 Prozent. Auch in anderen Ländern der Eurozone wurden ähnliche Entwicklungen bei den Renditen festgestellt.
In seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum betonte Trump die Notwendigkeit für die USA, Grönland „zum Schutz der Welt“ zu übernehmen, jedoch lehnte er den Einsatz von Gewalt ab und forderte stattdessen unverzügliche Verhandlungen. Besänftigend wirkte auf die Märkte, dass er keine neuen Drohungen in Bezug auf zusätzliche Zölle gegen europäische Länder verlauten ließ.
Laut dem Präsidenten der Bundesbank, Joachim Nagel, könnten mögliche neue US-Zölle auf europäische Waren die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank beeinflussen. Während die Auswirkungen dieser Zölle auf die Preisstabilität schwer abzuschätzen seien, bleibe das größere Risiko ihre potenziellen negativen Folgen auf das Wirtschaftswachstum.
Demgegenüber verzeichneten japanische Anleihen einen deutlichen Kursanstieg, nachdem sie zuvor stark unter Druck geraten waren. Mit vorgezogenen Neuwahlen wird eine größere Mehrheit für die amtierende Regierungschefin Sanae Takaichi erwartet, was ihre Pläne für erhöhte Staatsausgaben zur Förderung des Wachstums unterstützen könnte. Dies führte zu Unsicherheiten an den Märkten, die der japanische Finanzminister Satsuki Katayama trotz Bemühungen am Dienstag nicht ausräumen konnte.

