Rückenwind für Quanten-Startups: Aktien erholen sich nach kritischen Stimmen
Die Aktien der Quanten-Computing-Unternehmen erlebten am Dienstagnachmittag einen deutlichen Aufschwung, nachdem es zuvor zu einem massiven Ausverkauf gekommen war. Dies war auf kritische Äußerungen von führenden CEOs der Tech-Branche zurückzuführen, die sich skeptisch zur zeitnahen praktischen Anwendbarkeit der Technologie äußerten.
Rigetti Computing verzeichnete einen Anstieg von fast 19 %, während D-Wave um 7 % und Quantum Computing um mehr als 3 % zulegten. Zuvor hatten die Aussagen von Mark Zuckerberg, CEO von Meta, in denen er angab, dass 'sehr nützliche' Quanten-Computing-Anwendungen wahrscheinlich erst in mehr als einem Jahrzehnt massentauglich sein werden, die Aktienkurse belastet. Auch Nvidia-Chef Jensen Huang hatte auf der CES in Las Vegas prognostiziert, dass greifbare Anwendungen des Quanten-Computings erst in 15 bis 30 Jahren zu erwarten seien, was die Aktien um etwa 40 % hatte sinken lassen.
Im Kontrast dazu betonte Alan Baratz, CEO von D-Wave, dass seine Kunden bereits heute Quantencomputer für betriebliche Abläufe nutzen. Man habe bereits Problemlösungen im Bereich der Materialsimulation demonstriert, die klassische Computer — einschließlich der von Nvidia eingesetzten massiv-parallelen GPU-Systeme — nicht bewältigen könnten.
In jüngster Vergangenheit gewannen Quanten-Computing-Aktien an Schwung, als technologische Fortschritte und wachsendes Investoreninteresse den Markt belebten. Im November startete Amazon ein Beratungsprogramm zur Vorbereitung auf Quanten-Computing, während die US-Regierung im Dezember ein Gesetz zur Förderung von Quantenforschung einführte. Auch Google brachte einen neuen Quanten-Computing-Chip namens Willow auf den Markt.
Baratz wies die Vorstellung zurück, dass der Hype um Quanten-Computing-Aktien ähnliche Gefahren wie die Dotcom-Blase birgt. Er ist überzeugt: 'Quanten-Technologie ist heute schon real und wird in Zukunft immer wertvoller werden.'
Obwohl sich die D-Wave-Aktien erholten, bleibt der Kurs noch immer unter der Hälfte seines Wertes von vor zwei Wochen. Dennoch sind die Anteile im Vergleich zum Vorjahr um fast 440 % gestiegen.

