ROUNDUP: Inflation auf dem Rückzug - Gehälter steigen schneller als Teuerung
Die Inflationsrate in Deutschland ist weiter gesunken und Verbraucher können aufatmen: Die Gehälter der Beschäftigten steigen stärker als die Verbraucherpreise. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Verbraucherpreise im November 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach 3,8 Prozent im Oktober. Dies ist der niedrigste Stand seit Juni 2021, als die Inflation bei 2,4 Prozent lag. Volkswirte gehen davon aus, dass die Teuerung auch im Dezember weiter zurückgeht. Im September lag die Inflationsrate noch bei 4,5 Prozent und im August sogar bei 6,1 Prozent. Auch zu Jahresbeginn wurde eine Inflation von über 8 Prozent verzeichnet.
Eine positive Entwicklung gibt es auch in den USA: Die dortige Wirtschaft ist im dritten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Laut Handelsministerium stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal auf das Jahr hochgerechnet um 5,2 Prozent. Damit wurde eine erste Schätzung um 0,3 Prozentpunkte angehoben. Analysten hatten im Durchschnitt ein Wachstum von 5,0 Prozent erwartet.
Während sich die US-Wirtschaft erholen kann, steht die Weltwirtschaft vor einer Hängepartie. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert für das kommende Jahr ein etwas schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft. Nach einem Plus von 2,9 Prozent in diesem Jahr wird für 2024 ein Zuwachs von 2,7 Prozent erwartet. 2025 soll das Wachstum dann bei drei Prozent liegen. In Deutschland wird die Wirtschaft laut OECD-Prognose im Jahr 2024 nur um 0,6 Prozent und 2025 um 1,2 Prozent wachsen, nach einem leichten Minus in diesem Jahr.
Während die Weltwirtschaft noch in der Hängepartie steckt, treibt die Bundesregierung die Haushaltskrise voran. Ziel ist es, den Etat für 2024 noch vor Jahresende zu beschließen. Regierungssprecher Steffen Hebestreit betonte, dass alle Koalitionspartner einen baldigen Abschluss wünschen. Die Verhandlungen sollen mit gebotener Schnelligkeit, aber auch mit nötiger Sorgfalt geführt werden.
In Karlsruhe hat das Bundesverfassungsgericht die Wahlrechtsreform von 2020 für verfassungskonform erklärt. Die damaligen Änderungen verstießen nicht gegen die Grundsätze der Wahlgleichheit und Unmittelbarkeit sowie der Chancengleichheit der Parteien, so die Vorsitzende des Zweiten Senats, Doris König. Der Normenkontrollantrag von FDP, Grünen und Linken wurde abgewiesen.
Auch beim Wetter gibt es eine Rekordmeldung: Der diesjährige Herbst war nach vorläufiger Bilanz des Deutschen Wetterdiensts der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1881. Auch der Zeitraum Januar bis November liegt mit einem Durchschnitt von 11,2 Grad auf dem zweiten Platz. Das Jahr 2023 wird voraussichtlich ebenfalls zu den wärmsten Jahren in Deutschland gehören.
Der Wirtschaftsrat der CDU fordert angesichts der Haushaltskrise eine 'Eindämmung' des Sozialstaats. Die Präsidentin des Wirtschaftsrats, Astrid Hamker, kritisierte insbesondere die Bürgergeldeinführung, -erhöhung und die Einführung der Kindergrundsicherung. Diese Maßnahmen sollten zurückgenommen werden. Zudem solle bei arbeitsfähigen Bürgergeldempfängern die Arbeitswilligkeit durch gemeinnützige Tätigkeit überprüft werden.
In Italien hat sich die Stimmung in den Industriebetrieben und unter den Verbrauchern verbessert. Der Indexwert für die Industriestimmung stieg im November auf 96,6 Punkte. In Spanien hingegen hat sich die Inflation im November überraschend abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen nur um 3,2 Prozent im Jahresvergleich. In Deutschland sanken die Einfuhrpreise ebenfalls weiter, jedoch nicht so stark wie erwartet. Sie gingen im Oktober um 13,0 Prozent zurück.
Das Ifo-Institut sieht einen nachlassenden Preisdruck in Deutschland, auch wenn die Inflationsrate im Dezember vorübergehend auf etwa 4 Prozent steigen dürfte. Diese Entwicklung sei vor allem auf Basiseffekte zurückzuführen. Bereits Anfang des kommenden Jahres soll die Inflationsrate wieder unter 3 Prozent sinken, so das Ifo. (eulerpool-AFX)

