Roboter-Investitionen der Autoindustrie erleiden drastischen Einbruch
Die deutsche Autoindustrie hat im vergangenen Jahr einen signifikanten Investitionsrückgang in Industrieroboter erlebt. Mit lediglich 7.000 installierten Einheiten fiel die Zahl um ein Viertel verglichen mit dem Vorjahr, wie die International Federation of Robotics (IFR) in Frankfurt berichtete. Dies markiert den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Besonders stark betroffen waren die Automobilzulieferer mit einer Reduzierung der neuen Roboterinstallationen um 34 Prozent auf nur noch 2.700 Einheiten. Die Fahrzeughersteller selbst verzeichneten mit 4.300 neuen Robotern einen Rückgang um 15 Prozent. Noch 2023 war der Absatz durch Aufholeffekte nach der Coronapandemie und durch Investitionen in die Elektromobilität deutlich gestiegen.
Ein ähnliches Bild zeigt sich im europäischen Vergleich: Länder wie Frankreich, Tschechien und Italien mussten ebenfalls zweistellige prozentuale Rückgänge hinnehmen. Spaniens Absatz fiel um lediglich ein Prozent. Eine Ausnahme stellt Ungarn dar, wo sich die Installationen dank Großprojekten vervierfachten. Insgesamt sank die Installation von Industrierobotern in der europäischen Autoindustrie um fünf Prozent auf 30.650 Einheiten.
Laut IFR-Generalsekretärin Susanne Bieller leidet die Automobilbranche unter einem Absatzproblem sowohl in Deutschland als auch in Europa. Besonders die Nachfrage nach Elektroautos bleibt hinter den Erwartungen zurück. Politische Unsicherheiten führten zu einem Investitionsstau. Zudem könnten unpassende Investitionszyklen ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Traditionell ist die Autoindustrie Hauptabnehmer von Robotern in Deutschland, jedoch sank ihr Anteil an den Neuinstallationen zwischen 2021 und 2024 von 35 auf 26 Prozent.
Die schleppende Entwicklung der Elektromobilität und der Rückgang in den Autoverkäufen, insbesondere in China, belasten die Hersteller. Hinzu kommen die US-Zölle, welche den operativen Gewinn weiter schmälern. Auch bei den Zulieferern sieht es düster aus - viele Werke laufen unter ihrer Kapazität. Die angespannte Situation zwingt Unternehmen zu Einsparmaßnahmen.
Demgegenüber hat die deutsche Wirtschaft insgesamt nur einen geringen Rückgang bei der Installation neuer Roboter verzeichnet. Die Zahl lag mit rund 27.000 Einheiten nur knapp fünf Prozent unter dem Rekordhoch des Vorjahres, was das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten darstellt. Einen nennenswerten Zuwachs in der Roboternutzung konnten vor allem die metallverarbeitende Industrie, die Chemie- und Kunststoffindustrie sowie die Elektroindustrie verzeichnen. Insgesamt waren im Jahr 2024 rund 279.000 Roboter in der deutschen Industrie im Einsatz.

