Richterspruch im Cum-Ex-Skandal: Die Rolle von Kai-Uwe Steck im Fokus
Im weitreichenden Cum-Ex-Skandal, der die Bundesrepublik erschüttert hat, fällt das Landgericht Bonn am Dienstag ein Urteil in einem entscheidenden Fall. Im Zentrum steht der deutsche Anwalt Kai-Uwe Steck, dem vorgeworfen wird, in fünf besonders schweren Fällen der Steuerhinterziehung zwischen 2008 und 2011 einen beträchtlichen Steuerschaden von 428 Millionen Euro verursacht zu haben.
Die Staatsanwaltschaft fordert für Steck eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten. Die Verteidigung hingegen plädiert für eine Verfahrenseinstellung. Steck, einst Partner des berüchtigten Cum-Ex-Architekten Hanno Berger, zeigt Reue und hat eng mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet.
Trotz seiner umfangreichen Zusammenarbeit und Aussagen gegen andere Beteiligte, sieht er sich nun selber auf der Anklagebank – ein für ihn schwer nachvollziehbarer Umstand. Die Staatsanwaltschaft betont jedoch, es gab keine Abmachungen über seine Verschonung, plädiert aber für mildernde Umstände in seiner Verurteilung.
Die unrühmliche Praxis der Cum-Ex-Geschäfte, bei denen Aktien um den Dividendenstichtag herum verschoben wurden, um unrechtmäßige Steuererstattungen zu erzielen, kostete den Staat Milliarden. Besonders brisant ist, dass die Verkündung des Urteils in einem neuen Justizgebäude in Siegburg stattfindet, das eigens für solche Verfahren für 43 Millionen Euro errichtet wurde, und das Urteil gegen Steck somit zu einem ersten wichtigen Meilenstein in dieser eigens errichteten Institution wird.

