Rheinmetall und OHB: Neue Allianzen für das Satellitennetzwerk der Zukunft
Der Bremer Satellitenhersteller OHB steht in Gesprächen mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall über eine potenzielle Kooperation. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen, wie das Unternehmen in Bremen mitteilte. Detaillierte Informationen zu den Projekten bleiben jedoch unter Verschluss.
Wie das 'Handelsblatt' und die 'Financial Times' berichteten, plant OHB, gemeinsam mit Rheinmetall um das bislang größte Satellitenprojekt der Bundeswehr zu konkurrieren. Der angestrebte Auftragswert könnte Medienberichten zufolge bis zu zehn Milliarden Euro betragen. Auch der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hat sein Interesse an dem Projekt bereits angemeldet.
Das ehrgeizige Vorhaben sieht die Vernetzung von Panzern, Schiffen und Soldaten durch den Einsatz von bis zu 200 Satelliten vor. Technisch orientiert sich das Projekt an Starlink, dem von Elon Musks SpaceX betriebenen Satellitennetzwerk. Insidern zufolge könnte die Ausschreibung bereits im Februar starten.
Infolge dieser Ankündigungen stieg der Aktienkurs von OHB zeitweise um rund 40 Prozent. Der geringe Streubesitz der Aktie lässt jedoch stärkere Kursschwankungen erwarten. Im Gegensatz dazu verzeichnete Rheinmetall am Nachmittag einen moderaten Kursrückgang von etwa einem Prozent.
Rheinmetall ist bestrebt, sich im Bereich der weltraumgestützten Aufnahmen zu profilieren und kooperierte bereits im Dezember erfolgreich mit dem finnischen Satellitenhersteller Iceye, um einen Großauftrag der Bundeswehr zu sichern. Die Kooperation sieht die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens vor, das ab 2026 Satelliten in Neuss produzieren wird. Der Standort Neuss, bisher für die Produktion von Autoteilen bekannt, wird sich künftig auf Militärgüter und Satelliten konzentrieren.
Während Rheinmetall traditionell im Bereich von Panzern, Munition und Artillerie operiert, hat der Ukraine-Konflikt die Nachfrage nach Rüstungsgütern deutlich erhöht und die Auftragslage des Konzerns erheblich verbessert. Mit dem strategischen Ausbau seines Portfolios, das auch den Erwerb der Militärsparte NVL der Bremer Werftengruppe Lürssen umfasst, positioniert sich Rheinmetall als führender Akteur im Rüstungssektor.
Die deutsche Bundesregierung hat im November ihre erste Strategie zur Weltraumsicherheit vorgestellt, die den Schutz von Satelliten und Kommunikationstechnologie priorisiert. Das Verteidigungsministerium plant, bis 2030 insgesamt 35 Milliarden Euro in die Raumfahrt und Weltraumsicherheit zu investieren, um eine glaubwürdige Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands sicherzustellen.

