Rheinmetall plant Einstieg in den Marineschiffbau
Der Düsseldorfer Rüstungsgigant Rheinmetall prüft Berichten zufolge die Übernahme des Schiffbauers Naval Vessels Lürssen (NVL). Diese Akquisition könnte dem Rüstungsunternehmen, das bisher vor allem auf Panzer und Munition setzt, die Tür zu einem neuen Geschäftsfeld öffnen. Die Übernahme von NVL würde Rheinmetall den Zugang zu den bedeutenden Militärwerften in Hamburg, Wilhelmshaven und Wolgast ermöglichen und verstärkt die Konsolidierungstendenzen der deutschen Rüstungsindustrie.
Die Lürssen-Familie, die den Schiffbauer leitet, plant ihren Fokus auf die Herstellung von Luxusyachten zu verlagern und sich aus dem Militärsektor zurückzuziehen. Damit ergibt sich für Rheinmetall eine strategische Chance, während NVL den Sektor verlässt. Diese Pläne treten in ein bereits umkämpftes Feld ein, auf dem neben NVL auch die Thyssenkrupp-Tochter TKMS und German Naval Yards um Aufträge buhlen.
Obwohl die Transaktion noch keineswegs sicher ist, da alle Mitglieder der Lürssen-Familie dem Geschäft zustimmen müssen, wird der Aufsichtsrat von Rheinmetall in den kommenden Wochen die Möglichkeiten einer Übernahme prüfen. Die Unternehmen äußern sich zur Angelegenheit derzeit nicht öffentlich. Branchenbeobachter sehen in der potenziellen Übernahme ein Signal für die zunehmende Integration und Neuausrichtung der deutschen Marine- und Rüstungsindustrie.

