Revolution im Rückwärtsgang: Autobauer nehmen Elektrofahrzeuge ins Visier
Trotz eines erwarteten Verkaufsrekords von Elektrofahrzeugen in den USA in diesem Jahr verändert sich die Stimmung in der Automobilbranche. Nachdem die Trump-Regierung die Subventionen für Elektrofahrzeuge gekürzt hat, sehen Analysten eine Verlangsamung der Marktdurchdringung voraus. Besonders im Fokus steht das bevorstehende Ende des Steuervorteils von 7.500 US-Dollar für neue, in Amerika gefertigte Elektroautos, das am 30. September ausläuft.
Tesla-CEO Elon Musk kündigte bereits im Juli an, dass dem Elektroauto-Pionier "einige harte Quartale" bevorstehen könnten, da die Anreize wegfallen. Auch andere Automobilhersteller passen ihre Strategien an oder ziehen sich sogar vollständig zurück.
So kündigte Honda an, seine Investitionen in Elektrifizierungsprojekte um 20 Milliarden US-Dollar zu reduzieren und sich wieder verstärkt auf Hybridmodelle zu konzentrieren. In diesem Zuge wird die Produktion des ausschließlich für den US-Markt bestimmten Acura ZDX eingestellt, der in Zusammenarbeit mit General Motors produziert wurde.
Jeep, eine Marke des europäischen Konglomerats Stellantis, hat kürzlich entschieden, keinen elektrifizierten Gladiator-Pick-up mehr auf den Markt zu bringen. Die Nachfrage habe sich verändert, so ein Sprecher des Unternehmens.
Auch der US-Truck-Hersteller Ram, ebenfalls unter dem Dach von Stellantis, stellt die Produktion des voll elektrischen REV 1500 ein. Das Modell sollte ursprünglich gegen den F-150 Lightning von Ford antreten, doch das Interesse in Nordamerika ließ nach.
Der deutsche Luxuswagenhersteller Porsche bringt seine Strategie ebenfalls auf den Prüfstand. Angesichts zurückgehender Verkaufszahlen in China will das Unternehmen keine elektrifizierten SUVs mehr entwickeln und stattdessen wieder vermehrt auf Benzin- und Hybridmodelle setzen. Diese Kehrtwende wird das Unternehmen 1,8 Milliarden Euro kosten und führte zu einem Rekordrückgang des Aktienkurses.
Auch Bentley lenkt um. Der britische Luxusautohersteller hat beschlossen, noch weitere Modelle mit Verbrennungsmotor zu produzieren, statt vollständig auf Elektrofahrzeuge umzustellen, was ursprünglich für 2035 geplant war.
Der amerikanische Automobilgigant Ford hat die Einführung eines neuen elektrischen Pickup-Trucks und eines neuen Transporters auf 2028 verschoben, nachdem man Milliarden verloren hat, während man versuchte, mit Tesla zu konkurrieren. Stattdessen will Ford nun günstigere Elektrofahrzeuge entwickeln, beginnend mit einem 30.000-Dollar-Mid-Size-Pickup, der 2027 auf den Markt kommen soll.

