Revolution im Kleinformat: Telo startet mit Mini-E-Truck MT1 durch
Elektro-Lkw haben momentan einen schweren Stand. Während namhafte Modelle wie der Cybertruck von Tesla und der elektrische RAM 1500 von Stellantis entweder hinter den Erwartungen zurückbleiben oder gar nicht erst auf den Markt kommen, sieht sich auch der Ford F-150 Lightning mit rückläufigen Verkaufszahlen konfrontiert.
Doch der kalifornische Start-up Telo verfolgt eine andere Strategie: Das Unternehmen hat den kompakten Lkw MT1 entwickelt und setzt dabei auf ein unkonventionelles Konzept, das vor allem städtische Nutzer anspricht. Trotz eines stattlichen Einstiegspreises von etwa 41.000 US-Dollar ist das Interesse groß – Investoren zeigen sich optimistisch.
Jetzt hat Telo eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Diese wurde von Designer Yves Béhar und Tesla-Mitgründer Marc Tarpenning, beides Mitbegründer von Telo, angeführt. Auch Salesforce-CEO Marc Benioff sowie Risikokapitalgeber wie TO VC, E12 Ventures und Neo sind an Bord.
Für ein Automobilunternehmen mag diese Finanzierungssumme gering erscheinen – im Vergleich dazu hat das Unternehmen Slate Auto bisher über 700 Millionen US-Dollar eingesammelt. Dennoch verfolgt Telo andere, fokussierte Ziele und richtet seinen Blick auf die Nachfrage in urbanen Umgebungen.
Der MT1 soll vor allem in den Innenstädten punkten und ist mit einer vorbestellten Stückzahl von rund 12.000 Einheiten ein ambitioniertes Projekt. Die Produktion soll zuerst auf etwa 5.000 Einheiten jährlich über einen Auftragsfertiger begrenzt werden.
Mit den finanziellen Mitteln plant Telo, die finale Version des MT1 zur Serienreife zu bringen, Sicherheitsstandards zu erfüllen und Crashtests abzuschließen. Dabei setzt CEO Jason Marks auf eine schlanke Struktur und das Know-how externer Berater, um effizient zu arbeiten.
Der MT1 bietet unerwartet viel Raum für seine Größe; bemerkenswerte 350 Meilen Reichweite bei einer kompakten Konstruktion könnte den kleinen E-Lkw besonders in dicht besiedelten Gebieten attraktiv machen. Das Projekt basiert auf der Idee der „Leistung pro Quadratfuß“, sodass der MT1 trotz seines kleinen Formats Platz für fünf Personen und eine Ladefläche von 1,5 Metern bietet.
Marks bleibt optimistisch, die Herausforderungen des Marktes zu bewältigen und sieht Teilhabe an einer Gemeinschaft innovativer Unternehmen als Vorteil. Man dürfe sich nicht nur auf Geschwindigkeit und Größe verlassen, sondern müsse auch mit begrenzten Mitteln effektiv arbeiten – eine Fähigkeit, die großen Konzernen manchmal fehle.

