Review – Manor Lords – Überzeugende Aufbausimulation

Wir alle kennen diese Spiele, auf die wir Jahrelang warten und auf die wir neugierig unseren Blick werfen. Jede Information wird verschlungen und wenn dann die erste Demo erscheint, wirft man sich mit großer Vorfreude darauf – nur um dann am Ende der Demo mit noch mehr Freude auf den Release zu schauen. Ein solches Spiel ist für mich Manor Lords von Greg Styczeń und seinem Studio Slavic Magic. Seit etwa vier Jahren besteht die Entwicklung und letztes Jahr konnte man in einer ersten Demo einen Einblick erhalten, der mich nur noch mehr fasziniert auf das Spiel hat blicken lassen. Doch reicht das jetzt zum Early Access alles, um zu überzeugen?

Das Spiel beginnt relativ unscheinbar mit der Wahl unseres eigenen Banners. Der Editor ist gut durchdacht und bietet uns die Wahl zwischen verschiedenen Symbolen, Farben und Anordnungen eben dieser. Bereits hier kann man einige Zeit in das Spiel versenken, damit es auch das ganz eigene Banner wird, welches letztendlich unsere Eroberungen ziert. Schließlich bauen wir hier unsere ganz eigene Siedlung auf und wollen, dass diese ganz nach unserem Willen geformt ist. Da macht so ein Banner schon etwas her.

Ist das Banner entworfen, muss das Spielziel gewählt werden. Hier sollen in kommenden Updates noch weitere Möglichkeiten hinzu kommen. Für den Moment können wir den einfachen Aufbau unserer Siedlung bis zu kompletter Eroberung der Karte wählen. Haben wir unsere Auswahl getroffen und damit den Schwierigkeitsgrad unseren Vorstellungen angepasst, beginnen wir mit einem einfachen Ochsenkarren, ein paar Siedlern und einer notdürftigen Unterkunft für eben jene. Also bauen wir unseren Holzfäller um die Versorgung mit Stämmen und später auch Brettern sicher zu stellen. Jäger und Sammler sorgen für die Nahrung, damit es unseren Leuten auch hier gut geht. Damit sie sich ein Dach über den Kopf realisieren können, legen wir Bauplätze für Wohngebäude fest, welche dann in Eigenregie von den Siedlern hochgezogen werden.

Damit unsere Produktionsgebäude sinnvoll arbeiten, oder noch effizienter, weisen wir diesen Arbeitskräfte zu. Viele der Gebäude benötigen eine Arbeitskraft, damit das Arbeiten möglich ist. Andere Gebäude wiederum, wie zum Beispiel die Kirche, erfüllen auch ohne Arbeitskraft ihre Aufgabe, aber ein Priester macht das ganze Thema natürlich aussagekräftiger. Das Jägergebäude wiederum braucht Arbeitskräfte – schließlich muss irgendwer auch die Tiere erlegen, welche dann wiederum für die Nahrungsmittelproduktion verwendet werden können. Wichtig ist aber, dass auch ein paar Menschen ohne Zuweisung in unserer Siedlung leben. Nur diese ohne feste Arbeit bauen unsere Gebäude. Weisen wir allen einen anderen Job zu, werden die Gebäude nicht mehr gebaut.
Dank dieser Option erhalten wir einen ersten guten Einblick in den Ablauf des Spiels – hier beginnt der Kreislauf der Optimierung, sodass unsere Arbeitskräfte gut ausgelastet und die Siedlung immer auf einem optimalen Level gehalten wird. Denn frische Siedler erhalten wir nur, wenn unsere Siedlung zufriedenstellend ist und genügend freie Wohnflächen vorhanden sind. Besonders in den ersten Monaten ist dies schwierig, denn die anfängliche Obdachlosigkeit führt zu einer etwas gedämpften Stimmung. Aber auch wenn die Stimmung positiv ist dauert es eine Weile, bis wir neue Siedler erhalten. Hier hatte ich das Gefühl, dass das Balancing noch etwas Anpassung vertagen könnte – es kann aber auch einfach an meiner eigenen Geduld liegen.

Doch die Siedler bringen auch einen gewissen Anspruch mit. Reicht ihnen zu Beginn ein Dach über den Kopf, wollen sie schnell natürlich Lebensmittel, Kleidung und Brennholz. Damit diese Waren ihren Weg in die Häuser finden, ist ein Marktplatz notwendig – auf diesem bieten die Produktionsstätten ihre Waren an und errichten eigenständig Marktstände. Diese Stände können  aber von uns umgesetzt werden, um so dem Marktplatz einen ganz eigenen Flair zu verpassen. Zusätzlich können wir den Häusern einen Hinterhof planen, der einen Gemüsegarten oder auch einen Hühnerstall enthält. Im späteren Verlauf spezialisieren sich unsere Bewohner so und wir erreichten dort Werkstätten für Schneiderei oder Werkzeug- oder Waffenschmiede. Dies ist auch der einzige Weg, so hochwertige Waren zu erhalten. Aber hier sollten wir auf die Anzahl unserer Bewohner achten – denn die Siedler werden damit zur Arbeitskraft im eigenen Hinterhof und entfallen aus unserem vorhandenen Pool an freien Arbeitskräften.

Und mit steigenden Bedürfnissen müssen wir dann auch die gehobeneren Gebäude bauen und somit erhalten Taverne und andere Gebäude Einzug in der Siedlung. Doch sind wir auf eben jene hochrangigeren Siedler angewiesen, denn nur so erhalten wir Steuern und können damit Erweiterungen bauen oder den Handel florieren lassen. Zusätzlich sind auch mögliche Söldnertruppen schnell durch diese Einnahmen bezahlt, sodass wir unsere Siedler nicht nur durch die eigens gestellte Miliz schützen können. Wenn unsere Außenpolitik versagt, dann wird das schnell notwendig.

Aber auch intern können wir unsere Politik steuern über Verordnungen und legen damit fest, das unsere Siedler zum Beispiel fasten, um Nahrungsmittel zu sparen. Damit sparen wir spürbar an Nahrung, aber sind auch weniger gern gesehen. Aktuell sind hier noch nicht alle Verordnungen enthalten, hier folgt sichtbar in Zukunft noch etwas.

Insgesamt ist Manor Lords von Beginn an motivierend – und das ohne das es jemals zu schnell oder überfordernd wird. Bereits bei der Erstellung des eigenen Banners bis zum sinnvollen und schön gestalteten Aufbau der eigenen Siedlung weiß Manor Lords zu überzeugen. Im Testverlauf habe ich mehrere Stunden mit dem Spiel verbracht und mir öfters gedacht, wie entspannt es sich spielt. Anders als viele Spiele heutzutage, ist Manor Lords nicht mit großer Action oder Zeitdruck gefüllt, sondern fordert uns in einer gemütlichen Gangart zum sinnvollen Gestalten unserer Siedlung auf. Es bleibt also spannend, wie sich Manor Lords weiter entwickelt und welche Funktionen, Gebäude und Co. Ihren Weg finden.

Review – Manor Lords – Überzeugende Aufbausimulation
8.5
Grafik
8
Sound
8
Steuerung
8.5
Spiele Spaß
8
Preis Leistung
Gesamtwertung 8.2 / 10
Unser Fazit
Endlich wieder ein entspanntes Spiel, das mich über ein paar Stunden fordert. Mir macht Manor Lords wirklich Spaß und ich genieße es, einfach ein paar Stunden in den Aufbau meiner Siedlung abzutauchen. Zeitgleich fügt sich alles einfach gut und sinnvoll in die Welt, sodass es auch ein Leckerbissen für die Augen ist.
Gaming / PC-Computer / Tests / Aufbau / Hooded Horse / Manor Lords / Mittelalter / Pc / RTS / Simulation / Slavic Magic
[toptechnews.de] · 19.05.2024 · 20:12 Uhr
[1 Kommentar]
 
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