Rekordgewinn Trotz Preisrückgängen: Hannover Rück Triumphierrt im Jahr 2025

Die Hannover Rück hat im Jahr 2025 einen beeindruckenden Rekordgewinn verzeichnet, obwohl die weltweiten Herausforderungen und wirtschaftlichen Anpassungen der Branche nicht spurlos an ihr vorübergegangen sind. Mit einem Anstieg des Überschusses um 13 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro hat der drittgrößte Rückversicherer der Welt ein beachtliches Ergebnis erzielt.
Allerdings musste das Unternehmen einen weiteren Preisrückgang in seinem Schaden- und Unfallgeschäft hinnehmen, ein Trend, dessen Fortdauer das Management bei den anstehenden Vertragserneuerungen erwartet. Der Markt reagierte trotz der Gewinnzahlen verhalten: Die Aktie der Hannover Rück verlor im Vormittagsgeschäft 1,3 Prozent und notierte bei 244,60 Euro, was sie zu einem der schwächeren Werte im DAX-Index machte. Seit Jahresbeginn hat die Aktie etwa acht Prozent an Wert eingebüßt, nachdem sie im Mai des Vorjahres ein Allzeithoch von 292,60 Euro erreicht hatte.
Analysten hatten jedoch längst mit einem Rückgang der Rückversicherungspreise gerechnet, die in den Jahren zuvor teils stark angezogen worden waren. Moody's wies jüngst darauf hin, dass die Rückversicherung in der Sach- sowie in den meisten Spezialversicherungsbereichen günstiger geworden sei. Gründe hierfür sind unter anderem die hohen Gewinne der Rückversicherer und die verstärkte Ausgabe von Katastrophenanleihen, die das verfügbare Kapital auf Rekordhöhe anwachsen ließen und den Konkurrenzdruck erhöhten.
Zum Jahresbeginn meldete die Hannover Rück einen risikobereinigten Preisrückgang von durchschnittlich 3,2 Prozent. Wie Vorstandsmitglied Sven Althoff erklärte, seien Deckungen gegen Naturkatastrophen gar um 10 bis 20 Prozent günstiger geworden. Dennoch konnte die Hannover Rück ihr Geschäft am Jahresanfang um 3,3 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro erweitern. Trotz der Preisnachlässe sei der Rückversicherungsschutz gegen Naturkatastrophen meist noch angemessen bepreist.
Die kostenintensiven Waldbrände in Los Angeles, die dem Unternehmen 615 Millionen Euro kosteten, sind zwar ein Ausnahmefall gewesen, aber schadenreiche Hurrikane blieben 2025 aus und das Geschäft verlief alles in allem gut, sodass Vorstandschef Clemens Jungsthöfel sein Gewinnziel sogar noch anheben konnte. Mit einem gestiegenen Rückversicherungsumsatz von 26,8 Milliarden Euro und einer beeindruckenden operativen Leistung in den Bereichen Schaden- und Unfallgeschäft sowie Personen-Rückversicherung hat die Hannover Rück ihre Reserven und Kapitalanlagen gestärkt. Für das laufende Jahr peilt Jungsthöfel einen Gewinn von mindestens 2,7 Milliarden Euro an, nähere Details und Dividendeninformationen sollen am 12. März bekanntgegeben werden.

