Recht auf Homeoffice: Arbeitgeber lehnen Gesetzesanspruch ab
Die Arbeitgeber in Deutschland haben einen Rechtsanspruch auf Homeoffice abgelehnt. Laut Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, ist mobiles Arbeiten bereits seit Jahren für viele Beschäftigte Teil des Arbeitsalltags. In der Regel werde die Frage nach Homeoffice in Einvernehmen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gelöst. Ein gesetzlicher Anspruch sei daher überflüssig und würde die betriebliche Realität ignorieren. Die Forderung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sei demnach veraltet und würde nur zu mehr Bürokratie führen.
Habeck sieht hingegen in einer Ausweitung des Homeoffice eine Lösung für den Fachkräftemangel. Gemäß einem Entwurf für den Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung schlägt er vor, einen Rechtsanspruch auf flexibles Arbeiten zu prüfen. Insbesondere Frauen mit Kindern könnten so mehr Erwerbsarbeit leisten, heißt es.
Kampeter hingegen begrüßt den Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums, die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu erleichtern. Hier gebe es verschiedene Möglichkeiten. Vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels sei es ein Fehler, dass Arbeitgeber teilweise noch Strafbeiträge an die Sozialversicherung bezahlen müssen, wenn sie Rentner beschäftigen. Er fordert die sofortige Abschaffung der abschlagsfreien Rente und die Aussetzung anderer Anreize für vorzeitigen Ruhestand. (eulerpool-AFX)

