Ramadan in der Türkei: Inflation belastet die Fastenzeit
Die traditionellen Ramadan-Körbe, die in der Türkei als Maßstab für die Preisentwicklung von Grundnahrungsmitteln dienen, sind in diesem Jahr erheblich teurer geworden. Aufgrund der landesweiten Inflation steigen die Kosten für diese begehrten Körbe, die essentielle Güter wie Mehl, Öl, Hülsenfrüchte und Tee enthalten, um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung stellt viele Muslime im Land vor finanzielle Herausforderungen, insbesondere während des Fastenmonats Ramadan.
Der Beginn des Ramadan in der Türkei fällt in diesem Jahr auf einen Donnerstag, ebenso wie im Iran, während Länder wie Saudi-Arabien bereits am Mittwoch mit dem Fasten begonnen haben. Der Rentner Sahin Tutar aus Üsküdar zeigt sich besorgt, dass das Fastenbrechen bescheiden bleiben wird, da die Preissteigerungen vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen treffen.
Besonders betroffen sind die Einkommensschichten, deren Gehalt unter der von der Gewerkschaft Türk-Is errechneten Hungergrenze von etwa 31.000 Türkischen Lira liegt. Ökonomische Analysen zeigen, dass die Lebensmittelinflation in der Türkei im Dezember bei 28,3 Prozent lag, erheblich über dem OECD-Durchschnitt. Die Regierung meldet für 2022 eine Gesamtinflation von rund 30,7 Prozent, während instituteigene Schätzungen sogar von 56 Prozent ausgehen.
Finanzminister Mehmet Simsek plant eine drastische Inflationssenkung durch strikte Geldpolitik, doch bleiben Zweifel am Markt. Wann die Ramadan-Tafeln wieder reichhaltiger werden können, bleibt für viele Menschen ungewiss.

