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Putins Strategie gerät ins Wanken – Wirtschaft, Militär und Diplomatie unter Druck

03. März 2025, 13:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Russland setzt auf eine langfristige Kriegsstrategie und wirtschaftliche Resilienz – doch die Realität spricht eine andere Sprache. Während die Verluste auf dem Schlachtfeld steigen, leidet die Wirtschaft unter westlichen Sanktionen, ukrainischen Drohnenangriffen und einem Rubelverfall.

Drohnenkrieg trifft Russlands Wirtschaft empfindlich

Seit Monaten setzt die Ukraine auf eine neue Strategie: Drohnenangriffe auf russische Infrastruktur, insbesondere Ölraffinerien, Terminals und Versorgungsdepots.

Die Erfolge sind messbar: Laut dem ukrainischen Zentrum für Sicherheit und Zusammenarbeit wurden seit September 2023 rund 100 russische Öleinrichtungen attackiert – mit weitreichenden Folgen für die russische Wirtschaft.

Laut dem Center for European Policy Analysis (CEPA) musste Russland bereits über 12 % seiner gesamten Raffineriekapazitäten stilllegen. Die Benzinproduktion fiel 2024 um 6,2 %, Diesel um 7,3 %.

Die langfristigen Effekte sind noch schwer abzuschätzen, aber Ökonomen warnen vor einer möglichen Eskalation: Wenn die Angriffe anhalten, könnte der russische Energiesektor – das Rückgrat der Wirtschaft – ins Wanken geraten.

Rohstoff-Deal zwischen USA und Ukraine

Parallel zu den militärischen Rückschlägen droht Russland eine weitere wirtschaftliche Niederlage. Berichten zufolge steht die Ukraine kurz vor der Unterzeichnung eines Rohstoff-Abkommens mit den USA.

Kern des Deals: Der Zugang der Amerikaner zu seltenen Erden, die in der Ukraine reichlich vorkommen und für Hightech-Industrien sowie die Rüstungsproduktion essenziell sind.

Mit Inflationsraten von fast 10 %, einem Rubel im freien Fall und steigenden Militärausgaben gerät der Kreml zunehmend in eine wirtschaftliche Sackgasse. Die Bevölkerung zahlt den Preis mit steigenden Lebenshaltungskosten.

Sollte die Ukraine die Erschließung dieser Rohstoffe amerikanischen Unternehmen überlassen, hätte Washington ein handfestes wirtschaftliches Interesse daran, die Ukraine weiter zu unterstützen.

Für Moskau wäre das ein schwerer Schlag – nicht nur, weil die Rohstoffquellen dem Kreml entzogen würden, sondern weil es eine langfristige strategische Allianz zwischen Kiew und Washington festigen würde.

Die russische Wirtschaft kämpft mit massiven Problemen

Auch unabhängig von den militärischen und wirtschaftlichen Druckpunkten gerät Russlands Wirtschaft zunehmend in Bedrängnis.

Das Bruttoinlandsprodukt des Landes stieg 2024 zwar offiziell um 4 %, doch Experten warnen, dass dies vor allem auf eine übermäßige Staatsverschuldung und einen von der Kriegsindustrie aufgeblähten Wirtschaftssektor zurückzuführen sei.

Besonders alarmierend ist die Entwicklung des Rubels. Die Währung verlor seit Jahresbeginn weiter an Wert und wird von internationalen Anlegern zunehmend gemieden.

Hinzu kommt eine Inflationsrate von 9,5 %, die sich besonders auf Grundnahrungsmittel auswirkt. Preise für Eier (+42 %), Bananen (+48 %) und Tomaten (+39,5 %) sind für die russische Bevölkerung zu einer ernsten Belastung geworden.

Russlands Streitkräfte: Hohe Verluste, sinkende Moral

Die wirtschaftlichen Probleme verschärfen die Schwierigkeiten an der Front. Bis zu 800.000 russische Soldaten wurden in den drei Jahren des Ukraine-Krieges getötet oder verwundet, so Schätzungen westlicher Geheimdienste. Um die massiven Verluste auszugleichen, setzt Moskau auf finanzielle Anreize:

  • Durchschnittliche Einberufungsprämie: 1,1 Millionen Rubel (ca. 12.097 Euro)
  • Jahreseinkommen eines Soldaten: 38.000 bis 60.000 Euro
  • Monatlicher Bedarf an Rekruten: 20.000 bis 30.000

Während diese Summen auf dem Papier attraktiv klingen, warnen Analysten, dass der Pool an willigen Rekruten schrumpft. Zudem sind die Kosten für den Krieg derart hoch, dass der russische Staat immer stärker Mittel aus anderen Bereichen kürzen muss. Sozialleistungen, Bildung und zivile Infrastrukturprojekte bleiben auf der Strecke.

Putins Wette auf Trumps Kurswechsel könnte sich als Fehler erweisen

Trotz all dieser Probleme hoffte der Kreml bislang auf eine politische Wende – insbesondere auf einen radikalen Kurswechsel in den USA unter Donald Trump. Doch auch hier beginnt die Strategie zu bröckeln.

Während Trump zwar eine Reduzierung der Ukraine-Hilfe ankündigte, wurde parallel ein neuer Sicherheitsvertrag zwischen Kiew und Washington ausgehandelt.

Dieser sieht vor, dass die Ukraine weiterhin militärische Unterstützung erhält, wenn sie sich an bestimmte wirtschaftliche Kooperationsverträge hält. Der Rohstoff-Deal könnte genau diesen Rahmen erfüllen – und damit die Hoffnung Russlands auf eine Schwächung der westlichen Ukraine-Front zunichtemachen

Finanzen / Wirtschaft
[InvestmentWeek] · 03.03.2025 · 13:00 Uhr
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